Chronik | Welt
16.04.2017

"Urbi et Orbi": Anti-Terror-Einheiten beim Ostersegen

Papst Franziskus sprach den Ostersegen "Urbi et Orbi" vor Zehntausenden Gläubigen und Touristen auf dem Petersplatz. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen in Rom.

Vor Zehntausenden Gläubigen und Touristen hat am Sonntag Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom den Segen "Urbi et Orbi" ("der Stadt und dem Erdkreis") erteilt. Auf dem Platz hatte sich bei strahlendem Wetter schon seit dem frühen Morgen eine riesige Menschenmenge versammelt.

Anti-Terror-Einheiten und Spezialkräfte der Polizei überwachten das Gelände rund um den Vatikan. Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist mit einem Sündenablass für alle Menschen verbunden, die den Segen in gläubiger Haltung direkt in Rom, aber auch im Radio oder Fernsehen verfolgen. Auch deshalb ist der Segen sehr populär. Beim Segen benannte das Kirchenoberhaupt die vielen Krisenherde rund um den Globus.

Beten für den Frieden

Franziskus bat um mehr Anstrengungen, Konflikte zu beenden und leidenden Menschen beizustehen. Frieden erbat der Papst zunächst vor allem für Syrien und für das Heilige Land. Von den afrikanischen Krisenherden nannte Franziskus Nigeria, den Südsudan und den Kongo.

Der Papst plädierte für Initiativen zur Förderung des sozialen Friedens in Lateinamerika. Er urgierte zudem Bemühungen für Frieden in der Ukraine und plädierte auch für einen verstärkten Einsatz im Kampf gegen die "Plage der Korruption" und für die Konsolidierung der demokratischen Institutionen in allen Ländern. Franziskus bekundete außerdem seine Nähe zu Menschen, die vom Problem der Arbeitslosigkeit belastet seien.

Fußwaschung am Karfreitag

Der Papst hatte die Osterfeierlichkeiten am Gründonnerstag mit der traditionellen Fußwaschung in einer Strafanstalt nahe Rom begonnen. Am Karfreitag verfolgte er vom Hügel Palatin oberhalb des Kolosseums den Kreuzweg, bei dem an den Leidensweg Jesu erinnert wird.

Christen aus aller Welt haben am Sonntag im Heiligen Land Ostern gefeiert. Der Leiter des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, zelebrierte in der frisch renovierten Grabeskirche die Messe zur Auferstehung von Jesus Christus. Die Grabkapelle steht nach christlicher Überlieferung an dem Ort, an dem Jesus begraben wurde.

Die Oberhäupter der verschiedenen Kirchen in Jerusalem hatten eine gemeinsame Osterbotschaft veröffentlicht. "Wir beten, dass die durch unseren auferstandenen Herrn gespendete Hoffnung die Führer und Nationen der ganzen Welt dazu bringen wird, das Licht zu sehen", hieß es darin. Alle Menschen seien gleich geschaffen. Die menschliche Familie müsse nach Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden streben. "Durch die Auferstehung und das leere Grab müssen wir uns daran erinnern, dass Schmerz, Leid und Tod nicht das letzte Wort haben, sondern Gott."

In diesem Jahr sind besonders viele Pilger zu Ostern nach Jerusalem gekommen. Das Osterfest der westlichen und der orthodoxen Kirchen fällt 2017 zusammen. Außerdem begehen die Juden in dieser Woche das Pessach-Fest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert. Rund 80.000 christliche und fast ebenso viele jüdische Pilger wurden aus dem Ausland erwartet.