"Titanic"-Star Gloria Stuart mit 100 gestorben

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Stuart verkörperte in "Titanic" die 101-jährige Schiffsunglück-Überlebende Rose und erhielt dafür mit 87 Jahren eine Oscarnominierung.

Im Alter von 87 Jahren wurde sie noch für einen Oscar nominiert, mit 100 Jahren ist sie nun gestorben: Gloria Stuart, die als Darstellerin der gealterten Schiffsunglück-Überlebenden Rose im Film "Titanic" bekannt wurde, ist Sonntagnacht in ihrem Haus in Los Angeles an Atemversagen gestorben, wie ihre Tochter Sylvia Thompson am Montag mitteilte.

Stuart, die bereits in den 30er Jahren in mehreren Filmen mitwirkte, erhielt 1997 eine Oscar-Nominierung für ihre Rolle im Kassenschlager "Titanic" von Regisseur James Cameron. In dem Streifen spielte Stuart die 101-jährige Rose Calvert, Überlebende des Schiffsunglücks von 1912, die als junge Frau von Kate Winslet dargestellt wurde. Stuart sei "der Inbegriff eines gut gelebten Lebens" gewesen, sagte Cameron der Nachrichtenagentur AP. Stuart sagte einmal über das die Auswahl der Rolle, Regisseur Cameron habe eine Schauspielerin gesucht, die "immer noch brauchbar, nicht alkoholkrank, rheumatisch oder zusammengefallen" sei.

Platzmarkierung für Stuart bei der Oscar-Verleihung 1998. Sie wurde für die Darstellung der alten Rose nominiert, Kate Winslet für die junge Rose aus "Titanic".
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"Jeder, der Zeit in ihrer Gegenwart verbrachte, wird wissen, was für eine außergewöhnliche Lichtgestalt sie wirklich war", sagte Winslet über Stuart. 1998 waren Stuart und Winslet beide für einen Oscar für ihre Leistungen in "Titanic" nominiert. Es war das erste Mal in der Geschichte des begehrten Filmpreises, dass zwei Schauspieler für die Darstellung der gleichen Filmfigur nominiert waren. Stuart war damals zudem die älteste jemals nominierte Schauspielerin in der Oscar-Geschichte. Sowohl sie als auch Winslet gingen bei der Verleihung jedoch leer aus.

In ihrer Jugend war Stuart eine blonde Schönheit, die in B-Movies und einigen prominenteren Filmen wie "Der Unsichtbare" (1933) und "Goldgräber von 1935" spielte, aber auch an der Seite von Shirley Temple in "Poor Little Rich Girl" (1936) und im Musical "Rebecca of Sunnybrook Farm" (1938) zu sehen war. Mitte der 40er Jahre zog sie sich dann aus dem Filmgeschäft zurück. Sie sei es leid gewesen, eine "weibliche Detektivin, weibliche Journalistin und Shirley Temples Freundin" zu spielen, erklärte Stuart. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP im vergangenen Jahr sagte die Schauspielerin, sie habe erkannt, dass sie nicht den Erfolgsgrad von Hollywoods größten Stars erreichen würde. "Ich durfte nicht Greta Garbo sein", sagte sie. Sie habe lange gebraucht, darüber hinweg zu kommen. "Aber ich bin darüber hinweg."

In den 70er Jahren hatte Stuart gelegentliche Film- und Fernsehauftritte, 1982 spielte sie in der Komödie "Ein Draufgänger in New York" an der Seite von Peter O`Toole. In dieser Zeit macht sie sich einen Namen als Malerin, deren Werke in Ausstellungen gezeigt wurden. Allerdings wäre ihre Filmkarriere wohl ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit zu Ende gegangen, hätte Cameron sie nicht für sein "Titanic"-Epos ausgewählt. Auch wenn ihre Paraderolle nicht mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, nutzte Stuart ihren späten Ruhm, um 1999 ihre Memoiren mit dem Titel "I Just Kept Hoping" ("Ich habe einfach weiter gehofft") zu verfassen. Wegen seiner sexuellen Offenheit sorgte das Buch bei manchem Kritiker für Stirnrunzeln.

Nach Angaben von Stuarts Tochter Thompson besiegte die Schauspielerin vor etwa 20 Jahren Brustkrebs. Vor fünf Jahren wurde dann aber Lungenkrebs diagnostiziert, der wohl auch zum Tod führte. Ihre Mutter habe sich von Krankheiten nicht beeindrucken lassen, sagte Thompson. "Sie hat sich einfach nicht damit beschäftigt und damit ist sie gut gefahren." Zum Tod der 100-Jährigen sagte Thompson weiter: "Sie hatte ein großartiges Leben. Ich bin nicht traurig. Ich freue mich für sie."

Erstellt am 13.04.2012