Trauer um König Bhumibol.

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Thailand
10/14/2016

Thailand trauert um Bhumibol: Der neue König muss warten

Der Kronprinz bittet um Aufschub bei der Ernennung zum König. Er ist höchst umstritten.

von Susanne Bobek

Die Militärjunta ging am Freitag aus Ehrfurcht zu Boden. Die Herren in weißen Uniformen mit schwarzen Trauerbinden und ihre Gemahlinnen ganz in Schwarz erwiesen dem am Donnerstag verstorbenen König Bhumibol liegend die letzte Ehre.

Im Hintergrund wird bereits um die Aufteilung der Macht gefeilscht. Das klingt dann so: "Kronprinz Maha Vajiralongkorn hat um Aufschub gebeten, weil er einen angemessenen Zeitpunkt für seine Krönung abwarten will", sagte der Chef der Militärjunta, Ministerpräsident Prayut Chan-o-Cha. Der Kronprinz war am Donnerstag Abend nicht zu einer Dringlichkeitssitzung der Nationalversammlung eingeladen worden.

Bei der Überführung der sterblichen Überreste von Bhumibol in den Palast von Bangkok war die große Rivalin des Thronerben, seine Schwester Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, 61, im Konvoi dabei. Die unverheiratete Frau hat einen tadellosen Ruf und gilt als klug und beliebt. Verfassungsmäßig ist die Thronfolge in Thailand nicht automatisch auf männliche Erben festgeschrieben. Der Kronrat, dem höchste Vertreter des buddhistischen Klerus und die politischen Amtsträger angehören, wird erst zusammentreten – das letzte Wort ist offenbar noch nicht gesprochen bei einem Jahr Staatstrauer.

Kronprinz Tattoo

Kronprinz Maha Vajiralongkorn sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. Zuletzt mit einem Bild am Münchner Flughafen: Piloten und Offiziere begrüßen den Mann in Badeschlapfen und mit Ruderleiberl, sein Rücken ist voller Tattoos. Im November 2000 ließ er sich 350 Speisen aus einem Thai-Restaurant in Stratford upon Avon, der Shakespeare-Stadt in England, nach Bangkok liefern. Für das kleine Take-away, das eine zwölfstündige Flugreise machte, wurde das Botschaftspersonal in Marsch gesetzt.

Boeing beschlagnahmt

2011 wurde die Boeing 737 des Prinzen in München gepfändet. Der insolvente deutsche Baukonzern Walter Bau AG hatte Kosten für eine königliche Mautstraße eingeklagt. Am Ende musste die thailändische Regierung 38 Millionen Euro überweisen.Zwei Ex-Frauen des Kronprinzen leben mit ihren Söhnen im Ausland, weil sie in Thailand in Ungnade gefallen sind. Srirasmi, Ehefrau Nummer drei, lebt mit dem zehnjährigen Dipangkorn Rasmijoti in Bayern, ihre Verwandten wanderten wegen Korruption ins Gefängnis. Prinzessin ist sie keine mehr.

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