Inaki Urdangarin und Infantin Cristina wurden abgestraft

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Vom Bruder abgestraft
06/12/2015

Zum 50er ist die Herzogin ihren Titel los

Der spanische König verstößt seine Schwester und den Schwager, der ein Betrüger sein soll.

von Susanne Bobek

Heute, Samstag, feiert die ältere Schwester von König Felipe von Spanien ihren 50. Geburtstag. Statt Blumen zu schicken, machte der Bruder am Freitag im Amtsblatt eine königliche Verordnung öffentlich, die der Infantin Cristina und ihrem unter Betrugsverdacht stehenden Mann, dem ehemaligen Handball-Nationalspieler Iñaki Urdangarín, den Titel Herzog und Herzogin von Palma di Mallorca aberkennt. Der Titel war dem Paar 1997 von Juan Carlos anlässlich seiner Hochzeit verliehen worden.

Diese Entscheidung des neuen Königs Felipe VI. gilt als ziemlich hart.

Hinter den Kulissen muss es wenig herzlich zugehen zwischen Bruder und Schwester. Denn Cristinas Anwalt, Miquel Roca, sagte am Freitag, seine Mandantin habe "schon vor mehreren Tagen" den Wunsch geäußert, auf den Herzogin-Titel verzichten zu wollen und dies in einem Schreiben dem König mitgeteilt. Umgehend dementierte das Königshaus: Der Zarzuela-Palast habe Cristinas Schreiben erst erhalten, nachdem Felipe seine Schwester von der Aberkennung des Adelstitels unterrichtet hatte. Unfreundlicher geht es kaum.

Felipe ging bereits vor Jahren auf Distanz zu seiner Schwester, die mit Urdangarín drei Söhne und eine Tochter hat und offenbar eine glückliche Ehe führt. Angeblich ist die hart arbeitende Königin Letizia, die fast täglich Termine absolviert, wütend auf die Schwägerin, die das Ansehen des Hauses Bourbon aus offensichtlich reiner Geldgier schwer beschädigte. Bei der Krönungszeremonie vor einem Jahr war Cristina nicht dabei. Auch auf offiziellen Familienbildern taucht sie nicht mehr auf.

Gegen Iñaki Urdangarín wird seit fünf Jahren ermittelt. Er soll zusammen mit einem ehemaligen Kompagnon sechs Millionen Euro Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Nóos veruntreut haben, deren Vorsitzender er war. Mit der Veranstaltung dubioser Sportkongresse dürfte er ein Vermögen auf Kosten der Steuerzahler gemacht haben.

Cristina war Mitglied im Nóos-Vorstand, der sich mit ihrem Namen einen außerordentlichen feinen Anstrich gab und immer undurchsichtigereDeals einfädelte. Cristina beteuerte allerdings mehrmals bei ihren stundenlangen Einvernahmen vor Gericht, nichts von den Machenschaften gewusst und in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben. Eine Anklage gegen sie wegen Geldwäsche hatte der Ermittlungsrichter José Castro im November fallen gelassen. Die Infantin wird "nur" wegen Beihilfe zum Steuerbetrug in zwei Fällen angeklagt. Ihrem Mann drohen mehrere Jahre Haft.

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