Chronik | Welt
29.08.2017

So denkt die junge Generation über Flüchtlinge

Das Weltwirtschaftsforum hat nun die junge Generation zu Wort kommen lassen und mehr als 31.000 Menschen aus 186 Ländern befragt.

Das Weltwirtschaftsforum hat junge Leute weltweit nach ihrer Meinung zu aktuellen politischen Herausforderungen befragt. Die Antworten zum Thema Flüchtlinge sind nach der Studie klar und recht einheitlich. Das überraschende Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer sprach sich für eine offene Flüchtlingspolitik aus. 72,6 Prozent der Befragten würden Flüchtlinge in ihrem Land willkommen heißen. Knapp die Hälfte der Jungen würden Geflüchtete auch in ihrer Stadt oder der eigenen Nachbarschaft begrüßen. Mehr als ein Viertel der Teilnehmer wären sogar bereit, jemandem im eigenen Haus aufzunehmen. Überhaupt keine Flüchtlinge in ihrem Land will dagegen nur eine kleine Minderheit von jungen Menschen.

Deutsche als größte Gruppe

Die junge Generation wünscht sich zudem von den Regierungen Maßnahmen zur Integration von Geflüchteten. Über 55 Prozent der Befragten fänden es gut, wenn die Politik versuchen würde, Flüchtlinge in den nationalen Arbeitsmarkt zu integrieren. Für Abschiebungen sprechen sich lediglich 3,5 Prozent aus.

Das Weltwirtschaftsforum hat mit der Umfrage bereits zum dritten Mal Menschen zwischen 18 und 35 Jahren zu ihren Einstellungen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft befragt. Junge Deutsche stellten mit über 3600 Teilnehmern die größte Gruppe.

Gleiche Chancen

Viele junge Menschen identifizieren sich nach diesen Ergebnissen nicht besonders stark mit einer Nationalität. Nur 13 Prozent definieren sich mit ihrer Nation.18,6 geben an, Weltbürger zu sein und 40,8 Prozent sehen sich einfach nur als Menschen. Zu der Frage, was ihrer Gesellschaft besonders fehlt, nennen 51 Prozent die gleichen Chancen für alle. 32 Prozent wollen ohne Angst leben, 25 Prozent wollen überall leben und arbeiten können. 24,6 Prozent geben die Arbeitssicherheit an. Dabei wünschen 55,4 Prozent der Befragten, Flüchtlinge in den nationalen Arbeitsmarkt zu integrieren.