Bodycams am Schulterrevers: Einsätze sollen gefilmt werden.

© APA/EPA/BORIS ROESSLER

Beweissicherung
01/24/2015

US-Polizei rüstet mit Körperkameras auf

Nach Todesschüssen: Um sich gegen Vorwürfe nach Einsätzen zu wehren, läuft die Kamera mit.

von Susanne Bobek

Die Hersteller von Bodycams kommen mit der Produktion kaum nach. Immer mehr Kommunen von Miami bis Seattle rüsten auf. Im Dezember gab die Polizei von Los Angeles bekannt, etwa 7000 Streifenpolizisten mit Körperkameras, die am Schulterrevers befestigt werden, auszurüsten. Im Jänner bestellte die Stadt 3000 Elektroschocker, die im Moment ihres Einsatzes via Bluetooth automatisch die Körperkamera aktivieren. Denn die Beamten sollen sich nach Einsätzen gegen falsche Vorwürfe wehren können.

Bürgerrechtler halten die Anschaffung von Bodycams als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings gäbe es noch genug zu klären: Was passiert etwa mit dem Beamten, der im entscheidenden Moment vergisst, seine Kamera einzuschalten? Dürfen die Filme veröffentlicht werden oder müssen die Gesichter gepixelt sein? In den USA gibt es 18.000 Polizeibezirke mit sehr unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben.

Das Wall Street Journal berichtet, dass sich mittlerweile viele Berufsgruppen bei ihrer Arbeit filmen wollen, um Reklamationen vorzubeugen. Die Verwaltung von Miami hat bereits angekündigt, die für die Stromzählung zuständigen Mitarbeiter mit Kameras auszustatten. Auch die Damen und Herren von der Baukontrolle sollen ihre Arbeit filmen, da es in diesem Bereich immer wieder zu Korruptionsfällen kommt. Viele Gerichtsvollzieher und Handwerker haben die Geräte, um sich vor späteren Klagen zu schützen.

Umgekehrt haben sich auch die Aktivisten von "We Copwatch" in Ferguson mit Kameras eingedeckt, um Übergriffe der Polizei dokumentieren zu können. In Ferguson war es zu schweren Rassenunruhen gekommen, weil ein unbewaffneter schwarzer Jugendlicher erschossen wurde.

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