Chronik | Welt
03.12.2017

Menschen könnten bis zu 140 Jahre alt werden

Ein Forscher ist davon überzeugt, dass sich der Alterungsprozess stoppen lässt.

"Es ist möglich, dass Menschen die Grenze von 120 überschreiten und sogar bis zu 140 Jahre alt werden", sagt der israelische Forscher Chaim Cohen von der Universität Bar Ilan, der sich mit der Molekularbiologie des Alterns beschäftigt. Er geht davon aus, dass immer mehr Menschen in Zukunft weit über 100 Jahre leben könnten.

Cohen glaubt, dass man den Alterungsprozess manipulieren kann: Mit Veränderungen der Ernährung, gentechnischen Eingriffen und medikamentöser Behandlung sei es ihm gelungen, die maximale Lebensspanne um bis zu 30 Prozent zu steigern – zunächst einmal nur bei Versuchen mit Mäusen, Ratten und Fliegen. Die behandelten Tier hätten auch weniger altersbedingte Krankheiten wie etwa Diabetes entwickelt.

Länger gesund bleiben

In nur einem Jahrhundert sei die Lebenserwartung durch bessere Hygiene, Medikamente und Impfungen deutlich gestiegen. "Während früher 70 Prozent der Menschen an Infektionen starben, sterben heute 70 Prozent der Menschen an Alterskrankheiten," sagt Cohen. Sein Ziel ist es, die gesunde Lebenszeit zu verlängern. "Je älter die Menschen werden, desto mehr Krankheiten tauchen auf." Im Vergleich zum 19. Jahrhundert gebe es heute deutlich mehr Fälle von Alzheimer und Parkinson, weil so viele Menschen älter als 80 werden. "Das Ziel ist, dass die Menschen länger gesund bleiben und nicht einfach nur länger leben."

Französin wurde 122 Jahre alt

Der Mensch mit dem bisher höchsten erreichten Lebensalter ist die Französin Jeanne Calment, die 1997 mit 122 Jahren starb. Seither hat kein weiterer Mensch ein derart hohes Alter erreicht. Forscher um Jan Vijg vom Albert Einstein College of Medicine in New York waren in ihrer Studie zu dem Schluss gelangt, dass die Lebenszeit des Menschen eine natürliche Obergrenze hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch älter als 125 Jahre werde, sei extrem gering. Cohen scheint sie zu widerlegen. Nach Ansicht von James Vaupel, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, sei das Thema nämlich noch nie so sorgfältig untersucht worden. Er glaube an keine natürliche Obergrenze.