Chronik | Welt
27.03.2018

Melania Trump: Stille First Lady auf Distanz

Melania Trump. Sie definiert die Rolle modern: Sein Job ist sein Job und nicht ihrer

„Im Bewusstsein, dass die Medien Spekulationen und schwachsinnigen Klatsch lieben, möchte ich die Leute daran erinnern, dass ein minderjähriges Kind involviert ist, dessen Name möglichst aus allen Nachrichten und Berichten herausgehalten werden sollte.“ Dieses Statement ließ die amerikanische First Lady Melania Trump (47) verlautbaren. Mehr hat sie offenbar nicht über ihren Ehemann und seine angeblichen Affären mit der Porno-Darstellerin Stormy Daniels und dem früheren Playboy-Model Karen McDougal zu sagen.

Melania Trump macht Os terurlaub mit ihrem zwölfjährigen Sohn Barron im familieneigenen Golfclub Mar-a-Lago in Florida. Sie verstecke sich nicht, sagt das Weiße Haus, die Ferien in Florida seien lange geplant gewesen, schließlich hat das Kind schulfrei. Und ob Papa dann arbeitet oder nicht, scheint in dieser Familie zweitrangig. Aus dem Enthüllungsbuch Fire & Fury (Feuer und Zorn) wissen wir, dass sich das Ehepaar Trump oft tagelang nicht begegnet. Getrennte Schlafzimmer hat man sowieso. Ein eigentlich perfektes Arrangement, wenn man nur an das Geld denkt. Und ob ihre Ehe nach außen glücklich erscheint oder nicht, scheint beiden egal zu sein. Gerüchteweise liegen ja bereits die Scheidungspapiere unterschrieben in einer New Yor ker Anwaltskanzlei.

Seltene Auftritte

Die New York Times schreibt, dass das Ex-Model aus Slowenien die Rolle der First Lady mit „stiller Radikalität“ neu definiert. Seit Bess Truman (First Lady 1945–1953) , die das Weiße Haus und das Leben in Washington immer hasste und oft heim nach Independence in Missouri flüchtete, gab es keine First Lady, die so wenige öffentliche Auftritte absolvierte und dabei so oft gelangweilt wirkte. Im Jahresschnitt erscheint Melania Trump höchstens einmal pro Woche auf der Bühne, etwa, wenn ihr Mann Staatsgäste empfängt. Mehr Bilder gibt es aber vom Ein- und Aussteigen in die und aus der Air Force One. Da geht’s ins Wochenende.

Die First Lady spielt die undankbare Rolle, die übrigens auch nicht bezahlt wird, einfach nicht mit. Sein Job ist nicht ihr Job, diese eigentlich moderne Haltung einer Frau im 21. Jahrhunderts verstört die Trump-Fans keineswegs. Melania wird durchwegs gut bewertet, wegen ihrer eleganten Kleider. Und die Mutterrolle, die sie spielt, passt durchaus ins erzkonservative Weltbild. Vom Luxus einmal abgesehen.