Chronik | Welt
20.10.2017

Masern-Epidemie in Rumänien: Mehr Tote

Warnungen aus dem Kosovo. Opfer sind vor allem Kinder. Angst in Montenegro.

In Rumänien ist die Todesopfer-Zahl der seit August 2016 andauernden Masern-Epidemie auf 35 gestiegen. Wie das Nationale Institut für Gesundheit in Bukarest am Freitag bekannt gab, erlag eine 39-jährige Frau aus dem siebenbürgischen Brasov (Kronstadt) der Infektionskrankheit.

Kleinkinder

Die meisten der Todesopfer waren Kinder, darunter viele im Alter von weniger als einem Jahr. Insgesamt lag die Zahl der Erkrankungen bisher bei 9.670. Die rumänischen Medien beklagten immer wieder Engpässe bei der Versorgung mit Impfstoff als Ursache der Epidemie. Die Gesundheitsbehörden wiederum machten dafür auch religiös motivierte Kampagnen gegen das Impfen verantwortlich.

Seit kurzem ist der Kosovo ist zum ersten Mal seit 20 Jahren mit einer Masern-Epidemie konfrontiert. Seit Juni wurden in der Infektionsklinik in der Hauptstadt Prishtina mehr als 140 Patienten behandelt. Im Oktober gab es laut lokalen Medienberichten ein erstes Todesopfer - ein 15-jähriges Kind.

Auch in Montenegro wird eine Masern-Epidemie befürchtet. In den vergangenen Jahren sei der Anteil der Kinder, die gegen Masern geimpft worden sind, von früheren 95 auf 65 Prozent zurückgegangen, hieß es vonseiten der Gesundheitsbehörden. In den vergangenen zehn Jahren waren in Montenegro insgesamt 32 Masernfälle registriert worden.