epa02190620 Several clay vessels including in perfct condition, including one (C) that is decorated and was brought into present-day Israel some 3,500 years ago from Cyprus, are displayed in the Israeli Antiquities Authority in Jerusalem, Israel, 07 June 2010. The antiquities authority reports uncovering a 'rare and impressive' collection of cult objects from a temple that date to some 3,500 years ago found in a rock hollow near Tel Qashish, close to present day Meggido in central Israel. Many of the items were brought from Mycenae, Greece and included vessels for precious oils. The collection is rare in that it is so old and also because the items were carefully placed and stacked in the rock hollow and many are in perfect condition. EPA/JIM HOLLANDER

© APA/JIM HOLLANDER

Bronzezeit
08/14/2013

Klimawandel trug zu kulturellem Kollaps bei

Forscher entdeckten in Blütenstaub Hinweise auf eine 300-jährige Dürreperiode im Mittelmeer vor rund 3200 Jahren.

Ein sprunghafter Klimawandel könnte vor rund 3200 Jahren maßgeblich zum spektakulären Niedergang der Palastgesellschaften im östlichen Mittelmeerraum beigetragen haben. Ein Forscherteam entdeckte in fossilem Blütenstaub Hinweise auf eine rund 300 Jahre andauernde Dürreperiode in Griechenland, Zypern und benachbarten Regionen.

Die Wissenschafter um David Kaniewski von der Universität Paul Sabatier in Toulouse vermuten, dass diese Trockenheit einschneidende politische und wirtschaftliche Krisen verursachte sowie Kriege und Völkerwanderungen während der späten Bronzezeit.

Paläste brannten, Reiche gingen unter

Damals waren unter anderem die Paläste von Mykene, Tiryns und Pylos durch Brandkatastrophen zerstört worden, und die sogenannten Palastgesellschaften hörten auf zu existieren. In Anatolien ging das Hethiterreich unter und auf Zypern sowie in anderen Gebieten des östlichen Mittelmeerraums fielen Seevölker ein, wie der deutsche Geschichtswissenschafter Frank Falkenstein in einem Aufsatz zum Thema "Kulturwandel und Klima im 12. Jahrhundert v. Chr." schreibt.

Wanderungen? Erdbeben? Kriege?

Die gesamten Ursachen für den Niedergang spätbronzezeitlicher Staaten sind bisher nicht eindeutig geklärt. Nach der populärsten Erklärung sei die Krise durch massive Wanderungsbewegungen über Land und Wasser herbeigeführt worden, so Falkenstein.

Einigen Forschern zufolge waren aber auch Erdbeben oder epochale Veränderungen in der Kriegsführung Auslöser für die Katastrophe. Die im Gegensatz zu Erdbeben archäologisch schwer nachweisbaren Dürren, Hungersnöte und Epidemien wurden von den meisten Autoren als mögliche Destabilisierungsfaktoren in der Entwicklung angesehen, schreibt Falkenstein.

Für die neue, im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Studie untersuchte das französische Forscherteam nun fossilen Blütenstaub aus jener Zeit. Er wurde mithilfe einer Bohrung aus einem Salzsee auf Zypern zutage gefördert. Die Pollendaten erlauben Rückschlüsse auf die damals verbreiteten Pflanzenarten und damit auch auf Klimawechsel. Diese Erkenntnisse kombinierten die Forscher mit archäologischen Funden und in Syrien gewonnenen Daten.

Dürre setzte Mayas zu

Mehrere Studien hatten bereits den Untergang der Maya-Kultur mit Dürren in Verbindung gebracht. Ihr endgültiges Ende sei mit zwei besonders starken Dürreperioden um die Jahre 1020 und 1100 zusammengefallen, berichteten US-Forscher im vergangenen Jahr. Sie hatten von Tropfsteinhöhlen auf die Regenhäufigkeit geschlossen.
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