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Dschihadisten
03/27/2016

Katholischer Priester im Jemen gekreuzigt?

Anfang März bereits wurde Father Tom im Zuge eines Angriffs auf ein Altersheim als Geisel genommen.

Ungewiss ist das Schicksal eines im Jemen verschleppten indischen Ordenspriesters. Wiens Erzbischof Christoph Schönborn äußerte am Osterwochenende die Befürchtung, dass er von Islamisten am Karfreitag gekreuzigt worden ist. "Wir hoffen, dass es nicht so ist", sagte Schönborn in der am Sonntagabend ausgestrahlten ORF-TV-Sendung "Wien heute", "aber wir müssen befürchten, dass es schon wirklich ist."

Keine offiziellen Berichte

Offizielle Berichte lagen laut Kathpress bis Sonntagnachmittag nicht vor. Schönborn hatte die befürchtete Kreuzigung auch in seiner Predigt in der Osternacht angesprochen. Der Kardinal bezog sich dabei auf Informationen aus dem Umfeld der Mutter-Teresa-Schwestern in der jemenitischen Hauptstadt Aden. Der Salesianerpater war Anfang März von bewaffneten Dschihadisten als Geisel genommen worden, die in einem von den Mutter-Teresa-Schwestern betriebenen Seniorenheim in Aden ein Blutbad angerichtet hatten.

"Es gibt noch Hoffnung"

Die mit den Schwestern in engem Kontakt stehende Gebetsgemeinschaft "Corpus Christi Dubai" hat die Kreuzigung des Priesters auf ihrer arabischen Internetseite gemeldet. Sie berief sich dabei auf Informationen des katholischen Erzbischofs der indischen Stadt Bangalore. Die Angaben waren am Ostersonntag vorerst nicht weiter zu verifizieren. Auch Nachfragen von Kardinal Schönborn bei Bischöfen im arabischen Raum brachten bisher keine Bestätigung der Todesnachricht. "Es gibt noch Hoffnung", sagte Schönborn am Sonntagnachmittag auf Anfrage der katholischen Presseagentur Kathpress.

Über das Schicksal des Salesianerpaters herrscht seit seiner Entführung Unklarheit. Die indische Regierung gab an, sie bemühe sich um seine Freilassung. Ob der "Islamische Staat" hinter der Entführung des Geistlichen Tom Uzhunnalil stecke, sei unterdessen noch immer nicht bestätigt, sagte der Sprecher des Salesianerordens im indischen Bengaluru, Mathew Valarkot, laut der Zeitung "Indian Express" (Onlineausgabe Sonntag). In der Karwoche hatte unter anderen die christliche Organisation Christian Solidarity International (CSI) berichtet, dass ihr Informationen vorliegen, wonach der Priester am Karfreitag ans Kreuz geschlagen werden soll.

Schönborn reist in den Irak

Schönborn reist am Ostermontag zu einem dreitägigen Solidaritätsbesuch mit den Christen in den Irak. Schwerpunkt der Reise sei der Besuch von Flüchtlingslagern und kirchlichen Hilfsprojekten für Flüchtlinge, meldete Kathpress am Freitag. In Erbil, der Hauptstadt der irakischen Kurdenregion, wird Schönborn unter anderem den chaldäisch-katholischen Patriarchen Louis Sako treffen.

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