FILE - Pope Benedict XVI celebrates mass at the Cathedral Square in Erfurt, Germany, 24 September 2011. The head of the Roman Catholic Church is visiting Germany from 22-25 September 2011. Foto: Martin Schutt dpa/lth (zu dpa:"Papst Benedikt XVI. gibt Pontifikat am 28. Februar auf") +++(c) dpa - Bildfunk+++

© dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Vatikan
08/21/2013

Ratzingers Rücktritt: "Gott hat es mir gesagt"

Benedikt XVI. lobt seinen Nachfolger Franziskus und spricht von „göttlichem Willen“.

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat sich nun erstmals gegenüber engen Vertrauten dazu geäußert, was ihn zum Verzicht auf das Amt des katholischen Kirchenoberhaupts bewogen hat. Er habe die schwierige Entscheidung nach einer „mystischen Erfahrung“ getroffen: „Gott hat es mir gesagt“, vertraute Joseph Ratzinger seinem Besucher in seiner vatikanischen Residenz „Mater Ecclesiae“ an. Dies erzählte Ratzingers Vertrauter, der anonym bleiben möchte, der römischen Online-Nachrichtenagentur Zenit.

Auch sechs Monate nach dem Rücktritt des Papstes reißen Spekulationen über den Rücktrittsgrund nicht ab. Viele zweifeln, dass es nur die schwindenden Körper- und Lebenskräfte waren, wie Benedikt in seiner lateinischen Erklärung am 11. Februar 2013 als Motiv angab.

„Flucht zu Gott“

Wie angekündigt lebt Benedikt seither sehr zurückgezogen in einem ehemaligen Klausurkloster in den vatikanischen Gärten. Seine Tage verbringt er mit Gebet, Meditation und kurzen Spaziergängen. Gäste empfängt er nur sporadisch und nur zu ausgewählten Anlässen. Auch wenn er sich nach eigenen Worten „vor der Welt versteckt“, habe es sich bei seinem Rücktritt nicht um eine Flucht aus der Welt, sondern um eine „Flucht zu Gott“ gehandelt.

Über seinen Nachfolger, Papst Franziskus, äußert sich der emeritierte Papst sehr positiv. Je mehr er das „Charisma“ von Franziskus beobachte, desto mehr verstehe er, dass es „göttlicher Wille“ gewesen sei. Die spirituelle Verbindung zwischen den beiden gilt als eng. Auch der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist auf seine Freundschaft mit Ratzinger stolz. „Ich mag ihn sehr. Ich habe ihn immer gerne gemocht. Er ist für mich ein bescheidener Mann Gottes, der viel betet“, sagte Bergoglio laut Corriere della Sera bei seiner Rückreise aus Brasilien. Angesprochen auf die ungewöhnliche Situation, dass zwei Päpste im Vatikan leben, entgegnete Franziskus: „Es ist, als ob man einen weisen Großvater im Haus hat, der verehrt, geliebt und gehört wird.“ Der sich aber nicht einmische.

Franziskus Einladung, den Sommer in der päpstlichen Residenz Castel Gandolfo zu verbringen, schlug Benedikt aus. Anders als seine Vorgänger verzichtete Franziskus auf den traditionellen Sommerurlaub in den Albaner Bergen. Lediglich am vergangenen Sonntag unternahm Benedikt einen Ausflug nach Castel Gandolfo. In Begleitung seines Bruders Georg, der derzeit in Rom weilt, und von vier Laienschwestern machte er einen Spaziergang, betete den Rosenkranz und besuchte ein Klavierkonzert.

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