Chronik | Welt
22.05.2017

Berlusconi gründet jetzt Tierschutz-Partei

Ein Herz für Tiere. "Das Leben ist wie mit Babys oder Kleinkindern, nur dass sie nicht sprechen".

Nach seinem Rückzug aus der Politik zeigte sich Ex-Premier Silvio Berlusconi gerne mit Tieren: Zu Ostern streichelte er Lämmer und rettete sie vor der Schlachtung. Oft ließ er sich mit seinen beiden Malteserhündchen im Arm fotografieren.

Am Wochenende trat der 80-jährige Medientycoon an der Seite seiner engen Vertrauten und ehemaligen Tourismusministerin Michela Brambilla in Mailand an die Öffentlichkeit. Gemeinsam hoben sie eine neue Bewegung für Tierschutz, das "Movimento Animalista", aus der Taufe. In Kürze soll daraus eine neue Partei mit Schwerpunkt Tierschutz entstehen.

Der frühere langjährige Regierungschef zeigt sich wie üblich optimistisch und rechnet gar mit "20 Prozent der Stimmen bei den nächsten Wahlen". "Wir sind unabhängig von allen Parteien und von allen wirtschaftlichen Interessen. Wir wollen uns gegen jegliche Form von Gewalt und Ausbeutung der Tiere engagieren", erklärt Tierschützerin Brambilla. Die bisher im rechten Lager aktive Politikerin versteht die neue Partei "als quertreibende Kraft, die auch Stimmen der Linken vereint".

Berlusconis Tierliebe hat sich seit seiner Beziehung mit Francesca Pascale, mit der er seit 2012 zusammen ist, verstärkt. Die Neapolitanerin engagiert sich ebenfalls für den Tierschutz. Sie brachte die beiden Malteserhunde namens Dudu und Dudina, die mittlerweile ganz Italien kennt, in die Beziehung mit. Mit den Hündchen lässt sich Berlusconi oft in Boulevardblättern ablichten. "Das Leben mit Dudu und Dudina ist wie mit Babys oder Kleinkindern, nur dass sie nicht sprechen", schwärmte der Ex-Premier.

Fünf Lämmchen grasen jetzt im Park seiner Villa in Arcore leben. Den Ausschlag endgültig aktiv zu werden, hätte schließlich ein Video über Massentierhaltung gegeben. "Ich war über die schrecklichen Aufnahmen sehr erschüttert", so der Ex-Cavaliere.