Chronik | Welt
29.11.2017

Indien: Esel mussten ins Gefängnis wandern

Acht Esel mussten den Weg ins Gefängnis antreten, nachdem die Polizei sie hinter dem mysteriösen Verschwinden teurer Pflanzen vermutete.

Bizarre Ausmaße nahm eine Amtshandlung in Indien an. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh wurden acht Esel von der örtlichen Polizei festgenommen und ins Gefängnis gesteckt. Die Esel werden von der Polizei beschuldigt, zahlreiche Gewächse, die im Zuge eines Verschönerungsprogramms erst kürzlich gepflanzt worden waren, aufgefressen zu haben. Der Schaden soll sich auf beinahe 60,000 indische Rupien (zirka 800 Euro) belaufen.

Wie ein verantwortlicher Polizeibeamter dem indischen Sender NDTV erklärte, soll dies nicht der erste Schlag der Eselbande gewesen sein. Die Tiere sollen bereits mehrfach für Ärger im Verkehr gesorgt haben, trotz Warnungen der Polizei an den Besitzer. Also habe man auf Anordnung eines höheren Beamten die Tiere eingesperrt, um dem Besitzer einen Denkzettel zu erteilen.

Happy End mit Auflagen

Bei dem Besitzer handelt es sich einem Bericht der Times of India zufolge um einen jungen Mann namens Kamlesh. Nachdem seine Esel nicht mehr auffindbar waren, begab sich Kamlesh auf eine umfangreiche Suche, bis er schließlich im Gefängnis der Stadt Orai fündig wurde. Doch auch danach war seine Odysee noch nicht zu Ende, denn die Beamten waren nicht bereit, seine Esel ohne weiters freizulassen.

Also zog Kamlesh seinen letzten Trumpf und überredete einen lokalen Politiker der Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP), ihn zu einem neuerlichen Gefängnisbesuch zu begleiten. Dieser konnte bei den Beamten schließlich die Freilassung aller acht Esel erwirken, nachdem sie vier Tage in Haft verbracht hatten. Einzige Bedingung: Kamlesh musste der Polizei schriftlich versichern, dass er seine Esel von nun an nicht mehr frei herumlaufen lasse.