Chronik | Welt
04.09.2017

"Harvey": Ölindustrie fährt Anlagen wieder hoch

Sturm traft Küste von Texas, wo große Teile der Öl- und Gasindustrie angesiedelt sind. Chemikalien in beschädigter US-Fabrik in Crosby sollen gezielt abgebrannt werden.

Nach dem verheerenden Wirbelsturm "Harvey" kommt die Industrie an der Golfküste der USA wieder in die Gänge. Der Energiekonzern Total gab am Sonntag die komplette Wiederherstellung der Stromversorgung seiner Raffinerie in Port Arthur bekannt. Brancheninsidern zufolge soll die Anlage bald wieder hochgefahren werden, ein konkretes Datum wurde nicht genannt.

Eine Sprecherin von Exxon Mobile erklärte, die Plattform Galveston 209 im Golf sei wieder in Betrieb. Bei einer zweiten Anlage würden die Folgen des Sturms noch untersucht.

Fabrik in Crosby: Chemikalien sollen gezielt abgefackelt werden

In der überschwemmten Chemiefabrik in Texas sollen die gefährlichen Chemikalien gezielt abgebrannt werden. Die Betreiberfirma Arkema teilte am Sonntag mit, ohne eine Verbrennung der Produkte könne nicht sichergestellt werden, dass "die Gefahr komplett beseitigt" sei. Die Chemikalien würden sich zersetzen, seien aber weiter entflammbar.

Daher sei in Zusammenarbeit mit den Behörden beschlossen worden, die Chemikalien gezielt in Brand zu setzen. Für die Anrainer bestehe keine zusätzliche Gefahr.

In der Fabrik in Crosby nordöstlich von Houston war es am Donnerstag zu Explosionen gekommen, weil wegen der Überschwemmungen durch den Sturm "Harvey" das Kühlsystem ausgefallen war. In der Fabrik lagert organisches Peroxid, das unter anderem für die Herstellung von Plastik gebraucht wird und extrem leicht entflammbar ist. Laut der Betreiberfirma Arkema kann der Rauch Augen-, Haut- und Atemwegsreizungen verursachen.

Insgesamt befanden sich neun Container mit rund 225 Tonnen organischen Peroxids auf dem Gelände der Fabrik des französischen Konzerns Arkema, von denen zwei bereits brannte. Hunderte Anrainer im Umkreis von 2,4 Kilometern mussten das Gebiet verlassen.

Mindestens 47 Tote

"Harvey" hatte insbesondere die Küste von Texas stark mit Mitleidenschaft gezogen, wo große Teile der amerikanischen Öl- und Gasindustrie angesiedelt sind. Mindestens 47 Menschen kamen ums Leben, der Schaden wird auf bis zu 180 Milliarden Dollar (151,01 Mrd. Euro) geschätzt.