Chronik | Welt
01.10.2017

Zwei Frauen in Marseille erstochen

Der Messerangriff ereignete sich gegen 13.45 Uhr am Hauptbahnhof der südfranzösischen Hafenstadt.

Ein offenbar islamistisch motivierter Angreifer hat in Marseille nach Angaben des französischen Innenministeriums zwei Frauen erstochen. Der Mann sei von Soldaten erschossen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der Messerangriff ereignete sich gegen 13.45 Uhr am Hauptbahnhof der südfranzösischen Hafenstadt.

Ein Polizeivertreter sagte, der Mann habe "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Die Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie die Ermittlungen an sich gezogen habe. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die terroristische Spur werde vorrangig verfolgt, die Informationen müssten noch gesichert werden.

Behörden: Verbreitet keine Gerüchte

Die Polizei riegelte das Gebiet ab. Innenminister Gerard Collomb kündigte per Twitter an, umgehend in die südfranzösische Stadt zu reisen. Die Behörden appellierten an die Bevölkerung, keine Gerüchte und ungesicherten Informationen über soziale Netzwerke zu verbreiten.

Zuletzt hatte es Mitte September in der Pariser U-Bahn eine Messerattacke auf einen Soldaten gegeben, der aber unverletzt blieb. Seit Monaten kommt es in Frankreich vermehrt zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte. Anfang August war ein Auto in einem Pariser Vorort in eine Gruppe Soldaten gerast. Dabei waren sechs Militärangehörige verletzt worden.

In den vergangenen zwei Jahren haben von der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) inspirierte Attentäter insgesamt mehr als 230 Menschen in Frankreich getötet.