Chronik | Welt
16.12.2017

Fliegende Autos: Verkehr soll in die Luft ausweichen

Weltweit wird immer mehr Kapital in diese Idee gepumpt, erste Tests waren sehr erfolgreich.

Uber kooperiert mit der NASA, Daimler, Toyota, Audi, Airbus sowie unzähligen Start-ups. Junge Ingenieure wollen den Nahverkehr revolutionieren, das Pendeln vereinfachen und Staus umgehen, indem sie in die Luft ausweichen. Technisch scheint das alles machbar, bleibt allerdings noch die große Frage, wie man das legistisch und logistisch umsetzen kann.

Die Idee vom fliegenden Auto ist alt, doch seit einiger Zeit nehmen Konzerne richtig viel Geld in die Hand, um die Entwicklung zu beschleunigen. Der Schweizer Zukunftsforscher Lars Thomsen sieht den Pkw schon in zehn, zwanzig Jahren in luftiger Höhe über die Städte schwirren.

So wie Heli-Fly-In in New York oder Sao Paulo soll das Projekt schon im kommenden Jahr in zwei (noch nicht genannten) Millionenstädten getestet werden. Firmen wie Lilium in München und Volocopter (ein Partner von Daimler) in Karlsruhe haben ihre Jungfernflüge bereits hinter sich gebracht und wollen 2018 groß durchstarten.

Volocopters Testflug über Dubai sorgte für Euphorie, jetzt soll der Batterieantrieb auch in Smart & Co eingebaut werden können. Die Technik scheint gut beherrschbar, der Pilot spielt keine Rolle mehr, denn navigiert wird per Leitsystem. Juristisch betritt man dabei absolutes Neuland.

Mensch als Transportgut

Der Mensch muss sich erst daran gewöhnen, künftig wie Transportgut verladen und befördert zu werden, räumt Matthias Thomsen ein, der bei Airbus die Sparte für Urban Air Mobility leitet. "Das Hinzufügen der dritten Dimension zu reibungslosen multimodalen Transportnetzwerken verbessert zweifellos die Art und Weise, wie wir leben und uns fortbewegen."

Zukunftsforscher Lars Thomson geht sogar noch weiter und hält den individuellen Luftverkehr für eine logische Konsequenz der bisherigen Entwicklung. "Beim Wohnen und Arbeiten sind wir aus Platzmangel längst in die Luft gegangen", sagt er mit Blick auf Skylines voller Wolkenkratzer. Nur die Straßen seien auf dem Boden geblieben oder unter die Erde gegangen. "Wenn wir mobil bleiben wollen, muss auch der Verkehr effizienter werden und die dritte Dimension nutzen."