© Facebook/Kiwi-Café Tbilisi

Georgien
06/01/2016

Fleischfanatiker stürmen veganes Café

In Georgiens Hauptstadt Tiflis sind Gäste eines veganen Cafés mit Fleisch und Würsten beworfen worden.

Mit Grillfleisch und Würsten haben Unbekannte angeblich ein veganes Restaurant in der georgischen Hauptstadt Tiflis attackiert. Die Betreiber des Kiwi-Cafes ordneten die Angreifer einer rechtsgerichteten Gruppierung in der Kaukasus-Republik Georgien zu.

Mit Ketten aus Würsten und Fleischspießen sollen Unbekannte in das Café gekommen sein, berichteten Gäste dem britischen Guardian zufolge. Die Eindringlinge ergriffen schließlich die Flucht, bevor die Polizei am Café ankam, berichtete der Guardian weiter. Einige Beteiligte wurden demnach leicht verletzt.

Auf Facebook schreiben die Betreiber des Cafés: "Sie haben Fleisch, Würste und Fisch herausgeholt, damit herumgeworfen und davon gegessen - nur um uns zu provozieren und uns respektlos zu behandeln." Mitarbeiter hätten zunächst die Gruppe aufgefordert, das Café zu verlassen, die Situation sei dann aber eskaliert. Auf der Straße sei es zu einem Handgemenge gekommen, bei dem offenbar auch Anwohner involviert waren.

Zuspruch im Internet

Weder die Polizei noch die Nachbarn hätten den Angestellten geholfen. Dafür erfuhr das Kiwi-Café bis Mittwoch viel Zuspruch im Internet. Veganer von Deutschland bis Irland, von Australien bis zu den USA erklärten ihre Solidarität nach dem Überfall von Sonntagabend.

"Georgian Power" hinter Angriff?

Dem englischsprachigen Portal Georgia Today zufolge handelt es sich bei den Eindringlingen nach Augenzeugenberichten um eine Gruppe Rechtsextremer namens "Georgian Power". Auch die Inhaber des Cafés vermuten auf Facebook eine rechtsextreme Gruppe hinter dem Angriff.

Eine Gruppe Nationalisten hat erst vor Kurzem Schlagzeilen in Georgien gemacht hat: Bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag des Landes, dem 26. Mai, marschierten Nationalisten mit Bannern durch die Straßen. Die Aufschrift "Georgien den Georgiern" erinnerte dabei an den ehemaligen, nationalistischen Präsidenten Swiad Gamsachurdia.

Das Café Kiwi will trotz der Attacke weitermachen. Es wolle weiterhin für alle Menschen "unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Aussehen, Alter, Geschlecht und sexuellen oder religiösen Orientierung" offen stehen.

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Die Ex-Sowjetrepublik Georgien entwickelt sich immer mehr zum hippen Touristenziel, deshalb gibt es in Tiflis viele alternative Einrichtungen. Gleichzeitig ist das orthodox-christliche Land sehr konservativ. Die Betreiber des veganen Restaurants berichten von großem Misstrauen der Nachbarn gegen die neue Mode aus dem Westen. Das Café ist nach eigenen Angaben in der Nachbarschaft nicht beliebt, da es sich neben der veganen Ernährung offen für die Rechte von Homo- und Transsexuellen ausspricht und viele bunte Leute bei ihnen ein und aus gingen. Vegane Ernährung kommt völlig ohne tierische Produkte aus.

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