Die Sojus-Rakete nach dem Start.

© REUTERS/SHAMIL ZHUMATOV

Raumfahrt
12/15/2015

Euphorie im Königreich: Erster Brite auf dem Weg zur ISS

Vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur ist Tim Peake mit Kollegen aus USA und Russland aufgebrochen.

Die erste Entsendung eines britischen Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS hat in seinem Heimatland eine wahre Raumfahrt-Euphorie ausgelöst. Der 43-jährige Timothy Peake startete am Dienstag planmäßig mit zwei Kollegen aus Russland und den USA in einer Sojus-Rakete zur ISS, wie Live-Bilder vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zeigten.

Der britische Premierminister David Cameron und das Königshaus bejubelten Peakes Weltraummission. Peake brach mit dem erfahrenen russischen Kommandeur Juri Malentschenko und dem bewährten US-Astronauten Tim Kopra zur ISS auf. "Alles läuft wie geplant", sagte ein Sprecher des russischen Kontrollzentrums über die Mission.

Die Sojus-Rakete sollte um 18.24 Uhr MEZ an der ISS andocken. Dort wurden die drei Astronauten von ihren Kollegen Scott Kelly aus den USA sowie Sergej Wolkow und Michail Kornienko aus Russland erwartet. Am Freitag waren nach rund fünf Monaten auf der ISS drei Raumfahrer auf die Erde zurückgekehrt.

Peake ging schön früher in die Luft

Der frühere Hubschrauber-Testpilot Peake, der von der Europäischen Weltraumagentur (ESA) entsandt wurde, hofft, während seines 173 Tage dauernden Aufenthalts im All auch einen Außeneinsatz absolvieren zu können. Er ist der erste Brite auf der ISS und seit mehr als 20 Jahren der erste Brite im All überhaupt.

"Es war großartig, Tim Peake beim Start zu seiner Mission zur Internationalen Raumstation zuzusehen", schrieb Regierungschef Cameron in einer mittlerweile vielparodierten Twitter-Nachricht. Über das offizielle Twitter-Konto der britischen Königin Elizabeth II. wurde eine Botschaft der britischen Weltraumagentur weitergeleitet: "@astro timpeake ist auf seinem Weg in den Weltraum!", stand bei @BritishMonarchy zu lesen. Ganz Großbritannien stehe hinter seinem ersten Astronauten bei der ISS.

Jubel in England

Am Vorabend hatte die britische Regierung mitgeteilt, dass sie durch Fördermaßnahmen bis zum Jahr 2030 den Umsatz der britischen Raumfahrtindustrie auf 40 Milliarden Dollar (36 Milliarden Euro) verdreifachen wolle. Großbritanniens Anteil am Raumfahrt-Weltmarkt solle von sieben auf zehn Prozent steigen, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Im Londoner Science Museum versammelten sich am Dienstag tausende Menschen, darunter etwa 2.000 Schüler, um sich den Raketenstart gemeinsam auf Großbildschirmen anzusehen. Die Schulkinder schwenkten kleine britische Flaggen und brachen in Jubelrufe aus, als Peake und seine Kollegen abhoben.

"Wenn nur ein oder zwei Schulkinder hier sich als Konsequenz aus dieser Mission entscheiden, Ingenieure oder Wissenschafter oder Testpiloten zu werden, dann wird sie sich gelohnt haben", sagte der Fernsehmoderator Brian Cox.

Peake selbst gab sich im Voraus entspannt. Er wolle zu seinem ersten Weihnachtsfest auf der ISS den "fantastischen Ausblick" auf die Erde genießen und an Freunde und Familie denken, sagte er am Tag vor dem Start.

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