Kiribati ist zum Teil unbewohnbar. Salzwasser dringt in die Brunnen ein

© Reuters/DAVID GRAY

Pazifischer Inselstaat
11/27/2013

Erster Klimaflüchtling der Welt blitzt bei Gericht ab

Die Regierung von Kiribati plant den Exodus. Die Inseln sind zum Teil schon unbewohnbar.

von Susanne Bobek

Ein Mann aus dem Inselstaat Kiribati in der Südsee ist mit seinem Versuch gescheitert, als erster Klimaflüchtling anerkannt zu werden. Er und seine Frau fürchteten um die Gesundheit ihrer drei Kinder, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren müssten, argumentierte Ioane Teitiota in Neuseeland. Salzwasser dringe in die Brunnen ein, Ernten würden zerstört. Da aber sauberes Trinkwasser ein Menschenrecht sei, müsse er Anspruch auf den Flüchtlingsstatus haben.

Das oberste Zivil- und Strafgericht Neuseelands in Auckland wollte dieser Argumentation nicht folgen. „Jemand, der ein besseres Leben sucht, indem er den empfundenen Folgen des Klimawandels entflieht, ist keine Person, auf die die UN-Flüchtlingskonvention zutrifft“, heißt es in dem Urteil.

Die Regierung von Kiribati mit 100.000 Einwohnern fürchtet den Untergang der 32 Atolle, die zum Teil nur drei Meter aus dem Meer ragen. Die Inseln liegen über mehr als 4500 Kilometer im Pazifik zwischen Hawaii und Australien verteilt. „Sich auf den Tag vorzubereiten, an dem man kein einziges Land mehr hat, ist schmerzhaft. Aber genau das müssen wir wohl tun“, sagte Präsident Anote Tong. Er werde die neuseeländische Regierung bitten, mehr Übersiedler aus Kiribati aufzunehmen. Im neuseeländischen Fernsehen sagte er, er werde zunächst um die Aufnahme gut ausgebildeter Mitbürger bitten. „Wenn sie nach Neuseeland umsiedeln, kommen sie als vollwertige Mitbürger und nicht als Flüchtlinge.“ Dem Anstieg des Meeresspiegels will er mit der Aufschüttung künstlicher Inseln trotzen.

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