Chronik | Welt
17.02.2018

Erdbeben in Mexiko: 13 Tote nach Hubschrauberabsturz

Hubschrauber von Innenminister Alfonso Navarrete auf dem Weg ins Erdbebengebiet abgestürzt. Der Minister blieb unverletzt.

Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Erdbebengebiet im Süden von Mexiko sind 13 Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Menschen seien an der Unglücksstelle getötet worden, ein weiterer starb im Krankenhaus, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats Oaxaca am Samstag mitteilte. 15 weitere Menschen wurden verletzt.

In dem Hubschrauber war Innenminister Alfonso Navarrete Prida in die Region gereist, um sich nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 ein Bild von der Lage zu machen. Der Pilot des Hubschraubers verlor kurz vor der Landung die Kontrolle und der Helikopter stürzte auf den letzten Metern ab, wie das Innenministerium mitteilte. Die Opfer warteten offenbar am Boden auf die Ankunft des Ministers, der unverletzt blieb.

Der Erdstoß der Stärke 7,2 sorgte am Freitagabend für Panik in Mexiko-Stadt und im Süden des Landes. Die Regierung meldete keine Todesopfer.

Fünf Monate nach einer Erdbeben-Katastrophe mit Hunderten Toten gerieten in der mexikanischen Hauptstadt Gebäude ins Wanken, Bewohner liefen in Panik auf die Straße. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum des Bebens im südwestlichen Bundesstaat Oaxaca in einer Tiefe von fast 25 Kilometern. Laut dem Erdbebenwarnsystem Sky Alert waren die Erschütterungen auch in den Bundesstaaten Guerrero, Michoacan und Puebla zu spüren. Nach fast einer Stunde folgte ein kräftiges Nachbeben der Stärke 5,9.

In Mexiko-Stadt gab es nur "kleinere Schäden", wie Bürgermeister Miguel Angel Mancera sagte. In den Städten Pinotepa de Don Luis und Santiago Jamiltepec nahe dem Zentrum des Bebens in Oaxaca wurden jedoch mehrere Gebäude beschädigt. Die Behörden richteten Notunterkünfte ein.

In Mexiko-Stadt versammelten sich Tausende Menschen unter freiem Himmel, als die Erdbeben-Warnsirenen ertönten. "Wir sind rausgerannt, das ist das einzige, was wir tun können", sagte Kevin Valladolid aus dem Stadtteil Roma. "Wir leben in ständiger Angst", sagte eine Bewohnerin im Norden der Stadt. "Wir kamen kaum die Stiegen runter", sagte die 72-jährige Graciela Esclalante. "Wir dachten, dass alles wieder einstürzt."

Der Erdstoß weckte Erinnerungen an zwei verheerende Beben im September, bei denen Hunderte Menschen ums Leben kamen. Am 7. September waren bei einem Erdbeben der Stärke 8,2 in Südmexiko 96 Menschen getötet worden. Knapp zwei Wochen später ereignete sich eine weitere Katastrophe im Zentrum des Landes. Bei dem Erdbeben am 19. September starben 369 Menschen. Auf den Tag genau 32 Jahre zuvor waren bei einer Erdbeben-Tragödie 10.000 Menschen in Mexiko gestorben.