Enthüllungs-Buch: Trump ließ sich Anzüge am Leib aufdampfen

Trump: Fastfood, Milk-Shakes und Wutausbrüche
Ein Buch über Donald Trumps Wahlkampf enthüllt neue, oft höchst skurrile Details.

Manchmal wären sie gerne aus der "Trump Force One" gesprungen, jener privaten Boeing 757, die den Immobilien-Tycoon von Wahlkampfauftritt zu Wahlkampfauftritt brachte. Weil konzentriert arbeiten konnte man darin nicht. Trump beschallte sein Team mit Musik von Elton John, in einer Lautstärke, bei der "sie keinen klaren Gedanken mehr fassen konnten".

Die Anekdotensammlung haben die früheren Kampagnenmanager Corey Lewandowski und David Bossie aufgeschrieben. Ihr Buch "Let Trump be Trump" (Lasst Trump einfach Trump sein) ist diese Woche erschienen. Ein Sympathieträger kommt darin nicht zum Vorschein, aber ein Mann, der weiß, was er will: Sein "Zorn" sei niemals persönlich gemeint. "Aber manchmal ist es schwer, das so zu sehen." Wenn Dinge nicht so liefen, wie von Trump gewünscht, dann ließ er an einzelnen Mitarbeitern seine ganze Wut aus. "Das kann die stärksten Männer und Frauen in Stücke zerschmettern." Wenn er schrie, er würde ihnen "den Kopf abreißen", dann soll das nicht so geklungen haben, als sei das nicht wörtlich zu verstehen.

Fast Food ohne Ende

Einmal war Lewandowski so krank, dass er im Flugzeug umgehend einschlief. Trump soll ihn dann geweckt haben mit den Worten: "Corey, wenn es dir zu viel wird, wir finden jemanden anderen für deinen Job." Eines Abends ließ Trump einen Mitarbeiter einfach an einem Schnellimbiss stehen, weil dessen Bestellung für Trumps Geschmack nicht schnell genug bearbeitet wurde. "Lassen wir ihn stehen", sagte Trump. "Fahren wir."

Fast Food von McDonald’s und Kentucky Fried Chicken war anscheinend die Hauptnahrung für Trump und seine Leute. Dazu jede Art von Pizza. Das typische Menü des Chefs: "Zwei Big Macs, zwei Filet-O-Fish und ein Schokomilchshake (chocolate malted)". Für zwischendurch gab es Kartoffelchips, Brezeln und cremegefüllte Vanillekekse. Trump aß ausschließlich aus frisch angebrochenen Packungen. Aus Angst vor Krankheitserregern. Dazu trank er Diet-Coke, Cola Light.

Die heutige Kommunikationschefin im Weißen Haus, Hope Hicks, hatte eine fast intime Aufgabe. Sie musste Trumps Anzüge aufdampfen – während er sie trug. Dafür gab es einen speziellen Bedampfer. Zuerst das Sakko, dann setzte er sich hin, und sie dampfte seine Hose glatt. Das 29-jährige Model, eine Freundin von Ivanka Trump, war für den knitterfreien Look des Kandidaten verantwortlich.

Die Autoren sind noch immer irgendwie Fans von Trump. Karrieretechnisch hat er ihnen aber nicht geholfen: Lewandowski ist heute arbeitsloser Politikberater.David Bossie ist in seinen alten Job zu Citizens United zurückgekehrt.

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