Mar-a-Lago ist auf einer Seite zum Meer offen, die Küstenwache patrouilliert

© APA/AFP/GETTY IMAGES/JOE RAEDLE

Reiselustige First Familie
02/20/2017

Die teure Trump-Bewachung

Die Wochenenden im Luxusclub des US-Präsidenten in Florida gehen ins Geld.

von Susanne Bobek

Donald Trump ist maßlos. So sehen das jedenfalls viele Mitarbeiter des Secret Service, die die First Familie (Ehefrau, fünf Kinder, acht Enkel) rund um die Uhr bewachen müssen. Ein Profiteur diese Bewachung ist die Trump Organization. Denn solange die First Lady mit Sohn Barron in New York bleibt, wohnen die Sicherheitsleute im Trump-Tower. Dafür fällt selbstverständlich Miete an, berichtet die Washington Post. Und die kann ins Geld gehen.

Dass Donald Trump seine Wochenenden am liebsten in Florida verbringt, schlug sich seit der Amtseinführung mit rund 10 Millionen Dollar für drei Besuche zu Buche. Grundlage für diese Berechnung sind Zahlen eines Regierungsberichts aus dem Oktober, in dem die Kosten für Reisen des Weißen Hauses aufgeschlüsselt werden.

Winter White House

Trump reist ins 1600 km südlich von Washington gelegene, sogenannte "Winter White House" mit großer Entourage. Immer dabei ist sein Berater Stephen Bannon, seine Tochter Ivanka mit Schwiegersohn Jared Kushner sowie deren drei Kinder. Sie alle fliegen mit der Air Force One, die ja bekanntlich in ihrer Neuausstattung weniger teuer sein soll. Dem Bezirk Palm Beach fallen Kosten von 60.000 US-Dollar pro Tag an, wenn der Präsident in seinem Club weilt. Dabei, so sagen Sicherheitsexperten, sei Mar-a-Lago kein geeignetes Wochenenddomizil. Es gibt nur eine Zufahrtsstraße und einen offenen Zugang zum Meer. Die Küstenwache patrouilliert.

Palm Beach County und die Stadt New York wollen sich die erhöhten Polizeiausgaben aus Washington, sprich vom Steuerzahler, zurückholen. New York muss täglich 500.000 Dollar für die Sicherung des Trump Towers ausgeben. Das Secret Service stößt nach Personaleinsparungen an seine Grenzen.

Last Night in Sweden

Trump hat seine Wiederkandidatur 2020 angekündigt, was absolut unüblich ist. Er flog am Samstag von Mar-a-Lago nach Melbourne, wo er vor 9000 Anhängern mit Melania wahlkampfmäßig auftrat. Dabei verteidigte er seine Einwanderungspolitik mit den Terroranschlägen in Europa und verstieg sich zu dem Sager, "was gestern Abend in Schweden passiert ist". Eindeutig Fake News. Der konservative schwedische Ex-Außenminister Carl Bildt schrieb: "Schweden? Terroranschlag? Was hat der denn geraucht?" Unter dem Hashtag #LastNightInSweden tauschten sich Nutzer am Sonntag munter darüber aus, was in Schweden sonst noch passierte. "Es war etwas kalt", schrieb ein Nutzer. Andere berichteten von falsch zusammengeschraubten Ikea-Möbeln oder ins Grillfeuer gefallenen Würsteln. "So traurig." Dabei hatte Trump beim Fernsehen von Fox News offenbar nicht aufgepasst und etwas durcheinandergebracht.

Geschäfte in Dubai

Während Trump also Wahlkampf machte und Melania "das Vater unser" vorbetete, waren Trumps Söhne Eric und Donald Jr. in Dubai. Dort wurde das neue Golf-Resort der Marke Trump, das "Beverly Hills of Dubai" eröffnet.

Da auch die Söhne rund um die Uhr bewacht werden, belaufen sich die Rechnungen des Secret Service für diesen Trip auf 16.000 US-Dollar. Eric Trump war Anfang des Monats bei einem geschäftlichen Termin in der Dominikanischen Republik. Leibwächter flogen früher hin, um die Lage zu sondieren und brachten eine Hotelrechnung von 5470 Dollar mit.

Die konservative Stiftung Judical Watch addierte die Reisespesen in der achtjährigen Obama-Ära zusammen und kam auf 97 Millionen Dollar. Trump schafft das sicher.

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