Chronik | Welt
08.04.2018

Die Skripals sollen mit neuer Identität in den USA leben

Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 und die CIA beraten über die Zukunft der Giftopfer.

Nach ihrer Genesung könnten der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia angeblich mit neuer Identität in den Vereinigten Staaten leben. Das berichtete die britische Sunday Times unter Berufung auf eine Quelle aus dem Regierungsviertel in London. Auf diese Weise sollen sie vor neuen Anschlägen geschützt werden. Sie könnten in den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland ein neues Leben beginnen, wobei in den Vereinigten Staaten wohl am stärksten für ihre Si cherheit gesorgt werden könnte, so das Blatt.

Die 33-jährige Julia Skripal, die in St. Petersburg lebt, soll Hilfe der russischen Botschaft abgelehnt haben, sagen die Briten. London beschuldigt Moskau, Draht zieher des Attentats zu sein. Britische Forscher wiesen bei den Opfern das Nervengift No witschok nach. Russische Wissenschafter, die in den USA leben und das Nervengift in den 1970er-Jahren mitentwickelt haben, behaupteten aber immer, das Gift sei ab solut tödlich und zersetze die Nervenzellen im Gehirn, was einen jahrelangen Todeskampf zur Folge habe.

Die Rolle der Cousine

Doch offenkundig könnte Julia Skripal bald aus dem Spital entlassen werden. Auch ihrem Vater geht es of fensichtlich immer besser. Julias Cousine Viktoria, der man die Einreise nach Großbritannien verweigert, weil sie vom Kreml instrumentalisiert sein könnte, will sich nun direkt an Premierministerin Theresa May wenden, um ihre Cousine besuchen zu dürfen. Interfax berichtet, das Visum sei ihr unter anderem verweigert worden, weil sie kein Konto mit 2100 Euro besitze und weil Julia sie an geblich nicht sehen wolle.

Der britische Außenminister Boris Johnson beschuldigte Moskau, eine „Flut

von Absurditäten“ und „eine Lawine von Lügen und Desinformation“ zu verbreiten. Den Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, beschimpfte er als „nützlichen Idioten“ für den Kreml. Der Labour-Chef hatte wiederholt vor zu frühen An schuldigungen gewarnt, da es noch keine Beweise gebe.