Die riskantesten Urlaubsorte der Welt

Elderly man sits outside a shop in the historical
Foto: Reuters/Khaled Abdullah Ebenfalls in der sechsten Stufe: Jemen

15 Länder sind brandgefährlich - auf giftige Tiere und Vulkane ist auch zu achten.

Wer auf der ganz sicheren Seite sein will, muss nach Grönland fahren. Auch Skandinavien, Finnland, Dänemark, Portugal, Slowenien und die Schweiz gehören zu jenen Regionen, wo man bedenkenlos urlauben kann.

Nach dem Tod des 27-jährigen Stephan F., der in Äthiopien ermordet wurde, wird wieder einmal über die Sicherheit im Urlaub und Reisewarnungen des Außenministeriums diskutiert. Für immerhin 65 Prozent der Österreicher ist die Sicherheit das wichtigste oder zweitwichtigste Motiv bei der Wahl des Ferienortes, ergab eine Umfrage der europ-assistance.

Fest steht, dass für Äthiopien eine partielle Reisewarnung ausgesprochen war. Diese galt aber nur für zwei andere Regionen, am Blauen Nil war sie nicht in Kraft. „Das war der erste Überfall in diesem Gebiet. Reisewarnungen werden nicht wegen eines bedauerlichen Einzelfalles ausgesprochen, es geht um die Gesamtsituation“, erklärt Martin Weiss vom Außenministerium. Deshalb werde Äthiopien weiter auf Reisewarnungs-Stufe fünf von sechs verweilen. Weiss: „Wenn wir Äthiopien hinaufstufen, ist es auf der Ebene wie der Irak und was wäre wohl übertrieben.“ (Infos über Reisewarnungen gibt es unter www.bmeia.gv.at oder beim Bürgerservice unter  0 50 11 50-0.)

Mali, Somalia, Jemen

15 Länder sind in dieser hochgefährlichen Stufe sechs, darunter Mali, Syrien, Somalia, Jemen oder Algerien. Äthiopien ist mit 18 weiteren Gebieten wie Gaza, Japan, Kolumbien oder Ägypten in der Stufe fünf. Dort herrschen (bürger-) kriegsähnliche Zustände, wobei Japan wegen Fukushima ein Sonderfall ist.

Doch selbst innerhalb Europas ist die Lage sehr unterschiedlich wie die „RiskMap“ des US-Unternehmens Control Risks zeigt, das auch Geheimdienstinformationen einfließen lässt. Mittelhohes Risiko gibt es in Süditalien, Bosnien, Russland, Weißrussland, Albanien, Kosovo und den Städten Istanbul oder Athen. Im Rest Europas ist die Gefahr (wie in Österreich oder Spanien) „niedrig“ oder „unerheblich“.

Obwohl das im Drogenkrieg versunkene Mexiko in Österreich nur Stufe vier (hohes Sicherheitsrisiko)hat, gilt es als eines der gefährlichsten Länder Südamerikas. Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gelten allerdings nur die USA, Kanada, Argentinien und Chile als sicher. China und Südkorea werden in Asien am besten eingestuft. In Afrika gelten Marokko, Botswana, Namibia, Sambia, Senegal, Benin, Ghana und Gabun als Länder mit niedriger Gefahr, sogar in Kenia gibt es eine partielle Reisewarnung.

Gefahr Südsee

Als sicher werden auch Neuseeland und Australien eingestuft. Wobei bei Letzterem die gefährlichsten und giftigsten Tiere der Welt lauern, was wiederum andere Gefahren darstellt. Nimmt man hingegen die Chancen, bei einer Naturkatastrophe zu sterben als Maßstab, dann ist es laut Weltrisikobericht nicht ratsam, die Südsee anzusteuern. Denn Vanuatu und Tonga sind hier besonders riskante Orte.

Zu viel Angst vor dem Urlaub im Ausland ist auch nicht angebracht. Jedes Jahr sterben zwischen 50 bis 70 Österreicher während ihres Aufenthalts, also deutlich weniger als im Straßenverkehr. In den meisten Fällen ist die Todesursache ein medizinisches Problem gewesen.

Offiziell ist der Krieg in Afghanistan zwar beendet, sicher ist die Lage dort dennoch nicht. Es kommt immer wieder zu Anschlägen, vor allem auf Angehörige westlicher Staaten – zudem wurde auch die österreichische Botschaft in Kabul aus Sicherheitsgründen geschlossen. Algerien war von 1992 bis 2011 offiziell im Ausnahmezustand – dies hat sich zwar mittlerweile geändert, dennoch ist das Land als unsicher eingestuft. Zudem ist der Norden Ziel von Attentaten der "Al-Qaida im islamischen Maghreb", die dort operiert. Auch in den Grenzregionen zu Burkina Faso ist die "Al-Qaida im islamischen Maghreb" aktiv, Entführungen fanden bereits unweit der burkinischen Grenze statt.  Das Außenamt rät daher, das Land nicht zu bereisen – denn konsularische Hilfe ist nur schwer zu leisten. Haiti wurde im Jahr 2010 von einem verheerenden Erdbeben erschüttert – danach hatte man mit einer Cholera-Epidemie und Überflutungen zu kämpfen. Mehr als 300.000 Menschen starben. Die Situation im Land sei wie vor unübersichtlich und äußerst schwierig, so das Außenamt. Der Irak befindet sich zwar nicht mehr im Krieg, die Lage seit der Hinrichtung Saddam Husseins 2006 ist dennoch eine äußerst gefährliche. Reisen sollten nur unternommen werden, wenn sie dringend nötig seien. Der Jemen hat es erst kürzlich in die Schlagzeilen geschafft – mit der Entführung dreier Europäer, darunter ein Österreicher. Anhaltende Unruhen führten zu Terroranschlägen auf diverse Botschaften, Selbstmordattentate und Entführungen stehen an der Tagesordnung. Auch wenn Reisen in die Demokratische Republik Kongo angeboten werden – das Außenamt rät davon ab: Kriegerische Auseinandersetzungen in weiten Teilen des Landes und Gesundheitsrisiken wie das grassierende Ebola-Virus machen den Staat zu einem der gefährlichsten der Welt. Libyen befindet sich seit einem Jahr im Kriegszustand: Am 15. Februar 2011 hatte der Aufstand gegen den Langzeit-Machthaber Muammar al-Gaddafi begonnen - Gaddafi lebt mittlerweile zwar nicht mehr, die Lage ist dennoch äußerst unsicher. Im März dieses Jahres wurde die Hauptstadt Malis, Bamako, vom Militär eingenommen - wenngleich derzeit eine zivile Übergangsregierung eingesetzt ist, bleibt die Lage weiterhin unübersichtlich. Zudem ist der Norden des Landes von Aufständischen besetzt, die der Al-Kaida nahestehen. Auch Mauretanien ist von der unsicheren Lage in Mali betroffen: Die sich ausweitende Entführungsgefahr strahlen auch dorthin aus. In Not geratenen Österreichern kann, wenn überhaupt nur in sehr eingeschränktem Umfang konsularische Hilfestellung geleistet werden, so das Außenamt. Im Niger ist die Terrororganisation "Al Qaida im islamischen Maghreb" vertreten – mehrere blutige Entführungen von westlichen Staatsangehörigen wurden dort dokumentiert. Im Juli erklärte der verarmte Südsudan seine Unabhängigkeit vom Sudan – seither ist die Lage zwischen den beiden Staaten angespannt. Gerade in der Grenzregion kommt es regelmäßig zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Somalia befindet sich im Bürgerkrieg – und verfügt über keine diplomatische Vertretung Österreichs. Entführungen sowie Terror- und Selbstmordanschlägen stehen an der Tagesordnung. Österreichischen Staatsbürgern, die sich in Somalia aufhalten, wird daher dringend empfohlen, das Land zu verlassen. Syrien ist Dauergast in den Medien – wegen des 2011 dort wütenden Bürgerkriegs. Seit Beginn der Kampfhandlungen, die sich gegen das Assad-Regime richten, wurden mehr als 60.000 Menschen  getötet. Die Zentralafrikanische Republik wird seit geraumer Zeit von Rebellenkämpfen erschüttert; ausschließlich die Hauptstadt Bangui sei einigermaßen sicher, so das Außenamt. Wegen Demonstrationen und Unruhen sei aber auch dort erhöhte Vorsicht geboten.
Nach Überfall

Äthiopien-Überlebende kehren heim

Die drei Oberösterreicher sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

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Foto: Manfred Fesl

Die drei überlebenden Österreicher des Raubüberfalls in Äthiopien, bei dem Sonntagfrüh ein 27-jähriger Innviertler erschossen worden ist, haben sich am Mittwoch in Addis Abeba auf die Heimreise gemacht - mittlerweile sind sie wohlbehalten eingetroffen. Die privat organisierte Reisegruppe bestand aus insgesamt zehn Teilnehmern aus Oberösterreich und Salzburg. Die unverletzt gebliebenen Urlauber seien heute am Flughafen in Frankfurt (D) gelandet und mit dem Zug nach Österreich weitergereist, schilderte ein Teilnehmer der APA. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut.

46-53133580.jpg Foto: Daniel Scharinger Der Leichnam des getöteten Österreichers ist von den Behörden des afrikanischen Staates inzwischen freigegeben worden. Die Überstellung soll in den kommenden Tagen erfolgen und hängt lediglich noch von der Logistik ab. Das teilte Außenamtssprecher Martin Weiss der APA am Donnerstag mit. „Wir wissen auch noch nicht, wann sie wieder da sind“, sagt Annemarie W., Mutter von Stefan W. Der 22-jährige Werkzeugmacher habe sie zwar in den vergangenen Tagen drei Mal aus Afrika angerufen, konnte ihr darüber aber keine Auskunft geben. „Jetzt warten wir halt ab.“

Dem Sohn gehe es nach dem traumatischen Vorfall den Umständen entsprechend gut. „Ich hoffe, dass er alles verarbeiten kann. Was er jetzt braucht, ist seine Familie – wir sind recht froh, wenn er wieder bei uns ist.“

Kein Abenteurer

46-53112784.jpg Foto: Manfred Fesl Am 2. Jänner sei Stefan gemeinsam mit Reinhold Bauböck aus Perwang sowie Roman H. und Stephan F. aus Schalchen mit dem Zug nach Frankfurt gefahren und dann nach Afrika geflogen.

„Es war das erste Mal, dass der Stefan eine solche Reise unternommen hat. Vorher war er nicht weiter als in Italien und der Türkei.“ Er habe sich  darauf schon sehr gefreut. „Er wollte das mitmachen und nach der Rückkehr dann seine Meisterprüfung ablegen.“

Ihr Sohn sei mit Sicherheit kein unvernünftiger Abenteurer und er sei vor seiner Abreise auch nicht davon ausgegangen, dass die Schlauchboot-Tour lebensgefährlich werden könne.

Jürgen Pachner/APA

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