Chronik | Welt
21.03.2018

Die Frau, bei der der Amokschütze von Parkland wohnte

Roxanne Deschamps nahm den Amokschützen nach dem Tod seiner Mutter bei sich zu Hause auf.

Die Frau, die den Amokschützen von der Schule in Parkland in Florida nach dem Tod seiner Mutter bei sich aufgenommen hatte, konnte die Tränen nicht zurückhalten. Roxanne Deschamps schilderte, flankiert von Star-Anwältin Gloria Allred, wie sich die Tragödie mit 17 Toten angekündigt hatte.

Nach dem Tod seiner Mutter Lynda, die ihre Nachbarin und Freundin gewesen ist, seien Sohn Nikolas und sein Bruder Zackary im Oktober 2017 mit ihren Hunden bei ihr eingezogen. Die Waffen hätte Nikolas bei Freunden abgeben müssen, weil Roxanne Deschamps schon miterlebt hatte, wie der junge Mann seine eigene Mutter und seinen Bruder bedroht hatte. Nikolas habe nur einen Monat bei ihr verbracht, aber in dieser Zeit musste die Frau dreimal die Polizei rufen. Sie habe der Polizei alles erzählt, auch, dass Nikolas Cruz depressiv sei, aber seine Medikamente nicht nähme. „Aber die Polizei sagte mir, dass sie nichts machen können.“ Kurz vor der Tat habe sie ihn endgültig des Hauses verwiesen. „Ich habe ihm gesagt, dass er sich zwischen uns und seinen neuen Waffen entscheiden muss. Er hat sich für die Waffe entschieden.“ Cruz habe daraufhin bei verschiedenen Freunden gewohnt, die sie auch gewarnt habe. „Am Tag vor dem Amoklauf hat Nikolas mir eine SMS geschrieben. Er hat sich Sorgen um die Hunde gemacht.“

„Ich habe alles getan, was ich konnte, um die Polizei davor zu warnen, was da passieren könnte. Ich wollte nicht nur meine eigenen Kinder schützen, sondern jeden, der möglicherweise bedroht war. Ich wollte auch Nikolas vor sich selbst schützen.“ Cruz droht jetzt die Todesstrafe. Sein kleiner Bruder, Zackary (14) wurde verhaftet, weil er die Schule betrat, in der sein Bruder das Massaker angerichtet hatte. Er will einen Fanclub für Nikolas gründen.