Die 3500 m hohen Berge bestehen aus gefrorenem Wasser. Sie bildeten sich vor 100 Millionen Jahren

© APA/EPA/NASA / HANDOUT

Astronomie
07/17/2015

Die eisigen Gebirge auf dem Pluto

NASA-Sonde New Horizons schickt Fotos.Die ersten Nahaufnahmen des fünf Milliarden Kilometer entfernten Zwergplaneten zeigen Berge – und Wasser.

von Susanne Bobek

Eisige Gebirge zeigt ein NASA-Foto vom Pluto, das die Sonde New Horizons zur Erde geschickt hat. Es wurde am 15. Juli aufgenommen. Die Forscher haben daraus schon erstaunliche erste Schlüsse gezogen.

Die Berge sind nach ersten Erkenntnissen etwa 3500 Meter hoch und liegen in der herzförmigen Region auf der Südhalbkugel des Zwergplaneten. "Bei den Temperaturen, wie sie auf Pluto herrschen, verhält sich Wassereis wie Fels", sagt Bill McKinnon vom Geology, Geophysics and Imaging Team (GGI) der New-Horizons-Mission. Die Oberfläche von Pluto ist zwar weitgehend mit gefrorenem Methan und Stickstoff bedeckt. Methan- und Stickstoffeis sind aber fest genug, dass sich daraus Gebirge bilden können.

Erstaunlich jung seien die Berge: Sie entstanden vermutlich erst vor 100 Millionen Jahren. "Das ist eine der jüngsten Oberflächen, die wir je im Sonnensystem gesehen haben", sagt Jeff Moore vom GGI.

Außerdem sähe es so aus, als gäbe es in dieser Bergregion auch heute noch geologische Aktivitäten. Was rätselhaft erscheint, denn die Monde der großen Planeten in unserem Sonnensystem werden durch Wechselwirkung mit der Schwerkraft eines viel größeren Planeten erwärmt. Dieser Mechanismus fällt beim Pluto jedoch weg. Sie müssten jetzt wohl überdenken, wie es zu geologischen Aktivitäten auf anderen Eiswelten komme, sagt John Spencer vom GGI.

Am 13. Juli nahm New Horizons mit der Kamera Lorri ein Foto von Plutos größtem Mond Charon aus einer Entfernung von rund 466.000 Kilometern auf. Die Auflösung ermöglicht es, Merkmale von einer Größe von fünf Kilometern zu erkennen. Warum Charon nur sehr wenige Einschlagskrater aufweist, können die Forscher noch nicht erklären.

4,5 Stunden Sendezeit

New Horizons überträgt die Daten auf dem X-Band, dem Frequenzbereich zwischen acht und zwölf Gigahertz. Die Übertragungsgeschwindigkeit liegt bei knapp 1,7 KBit/s. Die Daten benötigen etwa 4,5 Stunden, bis sie auf der Erde ankommen. Auf der Erde werden sie von den Antennen des Deep Space Network empfangen, unter anderem vom Goldstone Observatory in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Kalifornien und vom Canberra Deep Space Communication Complex (CDSCC) in Australien.

Pluto ist fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, neuneinhalb Jahre war die Sonde dorthin unterwegs. "Es ist ein Beweis dafür, was die Menschheit mit Geduld, Geld, Zusammenarbeit und rationaler Forschung erreichen kann", jubelte der Guardian.

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