Tebartz-van Elst: Zierfischbecken um 213.000 € sind kleine Details

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Deutschland
03/27/2014

Luxusbischof wehrt sich: Justiz will ermitteln

Nach Absetzung.Tebartz-van Elst weist jede Verantwortung von sich: Er sei kein Finanz- und Baufachmann. Schuld sei sein alter Vikar.

von Susanne Bobek

Die Tragik im Leben des Luxusbischofs von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, ist, dass ausgerechnet ihm ein Papst im Weg steht, der Armut predigt und einen bescheidenen Lebensstil von seinen Priestern verlangt.

Da kommt ein Zierfischbecken um 213.000 € nicht so gut. Auch Fensterrahmen in Bronze kosteten 1,73 Millionen Euro. Die neue Bischofsresidenz in Limburg kostet mindestens 31 Millionen Euro. Wie jetzt bekannt wurde, addierten sich die Baunebenkosten in Form von Mehrfachaufträgen, Änderungs- und Zusatzleistungen sowie Stornos und Neuausschreibungen auf 8,3 Millionen Euro. Allein für die Aufhängung des Adventkranzes liefen Kosten von 18.000 € an, weil der Dachstuhl aufgeschnitten werden musste.

Doch anstatt jetzt zu schweigen, teilt Franz-Peter Tebartz-van Elst weiter aus und riskiert sogar eine strafrechtliche Anklage wegen Untreue.

Nachdem sein Rücktrittsgesuch in Rom angenommen wurde, wurde ein Schreiben des 54-Jährigen bekannt, indem er alle Verantwortung weit von sich und auf den über 70-jährigen ehemaligen Generalvikar abschiebt. Tebartz-van Elst widerspricht dem von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Prüfbericht und weist sogar die Letztverantwortung für das Geschehen in seiner Diözese zurück. Er sei Gott gegenüber verantwortlich, habe aber keine "verwaltungsmäßige All- und Detailzuständigkeit".

Möbel um 1,15 Millionen Euro nennt er Details, Kunstwerke um 1,17 Millionen sind keine Chefsache?

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeichnet die Karriere des glücklosen Kirchenmannes "vom Alpha bis zum Omega" nach, der jetzt von sich sagt, er sei ja kein Finanz- und Baufachmann. Im Oktober 2013 stand Tebartz-van Elst kurz davor, wegen falscher Aussagen an Eides statt über einen Erste-Klasse-Flug nach Indien von der Hamburger Justiz belangt zu werden.

Am Donnerstag kündigte die Staatsanwaltschaft Limburg an, den Bericht der Bischofskonferenz in den kommenden Tagen durchzuarbeiten. Die entscheidende Frage sei, ob neben kirchlichem Recht auch staatliches verletzt worden sei. Wenn ja, könnte sich daraus ein Anfangsverdacht der Untreue ergeben.

Der belastende Bericht wird in Limburg veröffentlicht. An die Spitze des Bistums stellte Papst Franziskus für eine Übergangszeit den 74-jährigen Paderborner Weihbischof Manfred Grothe, der den vom Papst im Oktober eingesetzten Generalvikar Wolfgang Rösch zu seinem Ständigen Vertreter ernannte. In Limburg hieß es kurz nach der Entscheidung: "Das ist das Beste, was uns passieren konnte."

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