Franz-Peter Tebartz-van Elst, 54, regiert weiter in Limburg.

© Reuters/KNA-BILD

Deutschland
02/03/2014

Der Luxusbischof ist zurück

Er hat in Rom mit Georg Gänswein einen mächtigen Unterstützer

von Susanne Bobek

vonSusanne BobekDie Wogen gehen wieder hoch im Bistum Limberg in der Nähe von Köln. Franz-Peter Tebartz-van Elst hält sich jeden Monat ein paar Tage in seiner schönen, neuen Bischofsresidenz auf, obwohl ihn der Papst gebeten hat, er möge sich in ein Kloster zurückziehen. Anscheinend gibt Tebartz-van Elst seinen Getreuen auch weiterhin Anweisungen. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet, soll der Bischof in seiner Luxuswohnung übernachten; sein Fahrer und Vertrauter koche dort für ihn, heißt es. Das eine Mal, wo Tebartz-van Elst extra nach Limburg gerufen wurde, endete im Desaster. Der 54-Jährige weigerte sich, den fünf Mitgliedern der Untersuchungskommission Rede und Antwort zu stehen. Im Auftrag der Bischofskonferenz soll die Kommission herausfinden, wie und wo 31 Millionen Euro in der Residenz verbaut wurden und wer dafür die Verantwortung hat. Tebartz-van Elst hatte für diesen Termin eine Erklärung vorbereitet, die er den Herren, angeführt vom Paderborner Bischof Manfred Grothe, vortragen wollte. Die Kommission aber wollte kritische Fragen stellen, was der Limburger Bischof als Zumutung empfand. Es kam zum Eklat, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Tebartz-van Elst reiste empört nach Rom, um sich über „die Impertinenz der Ermittler“ zu beschweren und um seine Erklärung dort zu hinterlegen. Seit damals spielt sich eine Art PR-Krieg zwischen den konservativen Bewunderern des Bischofs und seinen Gegnern ab. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Müller, und der Sekretär des alten Papstes, Georg Gänswein, stehen voll hinter Tebartz-van Elst. Gänswein erklärte erst kürzlich, dass er damit rechne, dass der Limburger Bischof bald entlastet sein werde von den Verschwendungsvorwürfen. Der einflussreiche Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga hält dagegen seine Rückkehr für ausgeschlossen. „Wenn einer Fehler gemacht hat, soll er sich dazu bekennen, um Entschuldigung bitten und sich einen anderen Platz suchen“, sagte Rodriguez Maradiaga, ein enger Vertrauter von Papst Franziskus.

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