Chronik | Welt
28.06.2018

Boris Becker bleibt die letzte Schmach erspart

Die deutsche Tennislegende darf wenigstens ihre Wimbledon-Pokale behalten. Die Versteigerung wurde abgesagt.

„Endlich gute Nachrichten“, twitterte der Deutsche. Die Versteigerung seiner Pokale, Uhren und sogar Socken wurde in letzter Minute am Donnerstag abgesagt. Um 14 Uhr hätte sie beginnen sollen.

 


 

Beckers Anwälte konnten damit überzeugen, dass die Versteigerung die Würde des Ex-Tennisstars verletzt hätte. Denn so knapp vor dem Turnierstart in Wimbledon, wo Becker als TV-Kommentator auftritt, hätte die Versteigerung eines Trainingsanzugs, benutzter Socken und signierter Schuhe mehr Mitleid als Wertschöpfung gebracht.

Becker hatte sich zuletzt in der Bild am Sonntag über die Pläne echauffiert. Es gehe „nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge. Wenn man den reinen Verkaufswert dieser Gegenstände wie Schläger und Pokale aufrechnet, dann ist das ein Klacks“, sagte Becker.

Millionen-Schulden

Becker wurde im Vorjahr von einem britischen Gericht für insolvent erklärt. Doch lange nicht alle Trophäen aus Beckers Karriere wären versteigert worden. Im Jänner hatte Insolvenzverwalter Mark Ford einen öffentlichen Aufruf gestartet, weil viele Sieges-Trophäen nicht auffindbar waren, darunter mehrere aus Wimbledon und den Australian Open.

Eigenen Angaben zufolge belaufen sich Beckers Schulden auf 3,9 Millionen Euro. Der Hauptgläubiger fordere aber mehr als doppelt so viel. Beckers Anwälte versuchen, das Insolvenzverfahren mit Verweis auf diplomatische Immunität ihres Mandanten zu stoppen. Becker hatte im April mitgeteilt, er sei zum Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik ernannt worden. Hochrangige Politiker des bitterarmen Landes bestreiten aber, dass Becker sich auf diplomatische Immunität berufen kann.

Becker will jetzt ein neues Leben beginnen, ohne seine zweite Frau Lilly, von der er sich getrennt hat.