Mit Enkel im Yellowstone-Nationalpark: Bison schleudert Opa durch die Luft
Zusammenfassung
- Ein Bison hat auf einem Campingplatz im Yellowstone-Nationalpark einen älteren Touristen bei einem Abendspaziergang schwer verletzt und mehrere Meter durch die Luft geschleudert.
- Augenzeugen vertrieben das Tier mit lauten Rufen, während der Vorfall vor allem durch Schilderungen von Besuchern und einen Fotografen bekannt wurde, da sich die Nationalparkverwaltung zunächst nicht äußerte.
- Der Angriff ereignete sich während der Brunftzeit, in der Bisons besonders aggressiv sein können, und war bereits der zweite bekannte Zwischenfall dieser Art im Yellowstone innerhalb weniger Wochen.
Ein Bison hat im Yellowstone-Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming einen älteren Touristen schwer verletzt. Augenzeugen zufolge wurde der Mann während eines Spaziergangs von dem Tier angegriffen und mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Der Vorfall ereignete sich auf einem Campingplatz und wurde von einem Fotografen gefilmt.
Angriff nach einem Abendspaziergang
Auf den Aufnahmen ist zunächst zu sehen, wie sich der Bison im Gras wälzt. Im Hintergrund nähern sich mehrere Besucher, einige von ihnen filmen oder fotografieren das Tier. Wenige Augenblicke später richtet sich der Bison auf und läuft plötzlich auf die Menschen zu.
Der ältere Mann versucht noch, zwischen den Bäumen Schutz zu suchen. Das Tier setzt ihm jedoch nach und trifft ihn nach Angaben eines Augenzeugen mit dem linken Horn an der Hüfte. Durch die Wucht des Aufpralls wird der Mann mehrere Meter in die Luft geschleudert und kommt erst in einer Staubwolke wieder auf dem Boden auf.
Augenzeugen vertreiben das Tier
Mehrere Besucher reagierten sofort und versuchten, den Bison mit lauten Rufen abzulenken. Das Tier zog sich schließlich zurück, sodass Ersthelfer den Verletzten versorgen konnten. Nach Angaben seiner Familie erlitt der Rentner schwere Verletzungen. Er war gemeinsam mit seinem Enkelkind auf dem Campingplatz unterwegs.
Der Fotograf, der den Angriff dokumentierte, schilderte den Bullen gegenüber der Lokalzeitung Cowboy State Daily als ungewöhnlich aggressiv. Das Tier habe bereits zuvor Menschen bedrängt und „alles und jeden angegriffen“.
Nationalpark äußert sich zunächst nicht
Der National Park Service (NPS), der den Yellowstone-Nationalpark verwaltet, veröffentlichte zunächst keine Informationen zu dem Vorfall. Die bislang bekannten Details stammen vor allem aus den Schilderungen von Augenzeugen und Medienberichten.
Nach Einschätzung des Fotografen traf den verletzten Mann keine besondere Schuld. Er und sein Enkel seien lediglich auf einem Abendspaziergang gewesen und unvermittelt auf den Bison gestoßen. Anders als bei vielen früheren Zwischenfällen hätten sie sich dem Tier nicht bewusst genähert.
Brunftzeit erhöht das Risiko
Der Angriff ereignete sich während der Brunftzeit der Bisons, die in der Regel bis September andauert. In dieser Zeit reagieren die Tiere besonders empfindlich und können aggressiver auftreten als sonst.
Es handelt sich bereits um den zweiten bekannten Bisonangriff im Yellowstone-Nationalpark innerhalb weniger Wochen. Im Juni war ein zwölfjähriges Kind von einem männlichen Tier attackiert worden.
Die Nationalparkverwaltung weist Besucher regelmäßig darauf hin, zu Bisons einen Mindestabstand von 25 Metern einzuhalten. Die bis zu einer Tonne schweren Tiere können Geschwindigkeiten von mehr als 50 Kilometern pro Stunde erreichen und zählen zu den Wildtieren, die im Yellowstone am häufigsten Menschen verletzen.
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