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Chronik Welt
12/25/2019

Weihnachtssegen: Papst rief zu Schutz von Migranten auf

Papst Franziskus forderte Frieden im Nahen Osten. Zudem warnte er vor "Finsternis" innerhalb sozialer Beziehungen.

Der Papst hat am Christtag in seiner Botschaft zum Segen "Urbi et Orbi" zu Frieden im Nahen Osten, in Syrien, in der Ukraine, sowie in Venezuela und in Afrika aufgerufen. Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom gedachte das Oberhaupt der katholischen Kirche aller leidenden Kinder in Konflikt- und Notstandsgebieten auf dem gesamten Globus und bat um Schutz für Migranten.

Zudem wartne er vor "Finsternis" innerhalb der persönlichen, familiären und sozialen Beziehungen. Es gebe "Finsternis bei den wirtschaftlichen, geopolitischen und ökologischen Konflikten", doch das Licht Christi sei heller.

Eindringlich forderte der Heilige Vater Frieden im Nahen Osten und rief die Gläubigen auf, für ein Ende der Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern zu beten. Er urgierte politische Lösungen, damit das syrische Volk wieder in Frieden in der eigenen Heimat leben könne und bat um Trost für den Libanon, den Irak und den Jemen, der durch eine schwere humanitäre Krise geprüft werde. Auch äußerte Franziskus die Hoffnung, dass die Anstrengungen derer, die sich für Gerechtigkeit und Versöhnung in Südamerika sowie für die Überwindung der verschiedenen Krisen und der vielen Formen der Armut einsetzen, zu Resultaten führen.

Er bete auch für die Ukraine, die auf der Suche nach "konkreten Lösungen für einen dauerhaften Frieden" sei, sowie für die Völker Afrikas, wo weiterhin gesellschaftliche und politische Situationen bestehen, welche die Menschen oft zur Emigration zwingen und sie der Heimat und der Familie berauben. "Gott tröste alle, die unter Gewalt, Naturkatastrophen oder gesundheitlichen Notständen leiden. Er stehe denen bei, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, besonders die entführten Missionare und Gläubigen, wie auch die Menschen, die Angriffen radikaler Gruppierungen zum Opfer fallen, besonders in Burkina Faso, Mali, Niger und Nigeria", so der Papst.

Der 83-jährige Pontifex bat zudem um Schutz für Migranten. "Es ist die Ungerechtigkeit, die sie dazu zwingt, Wüsten und Meere, die zu Friedhöfen werden, zu überqueren. Es ist die Ungerechtigkeit, die sie dazu zwingt, unsagbare Misshandlungen, Knechtschaft jeder Art und Folter in den unmenschlichen Auffanglagern zu ertragen. Es ist die Ungerechtigkeit, die sie abweist von Orten, wo sie eine Hoffnung auf ein würdiges Leben haben könnten und die sie auf Mauern der Gleichgültigkeit stoßen lässt", sagte der Papst.

Millionen sahen im Fernsehen oder online zu

Die Botschaft von der Loggia des Petersdoms und der Segen "Urbi et Orbi" sind ein Höhepunkt der christlichen Weihnachtsfeiern. Zehntausende Menschen verfolgten bei Sonnenschein die Ansprache des Papstes auf dem wegen der Terrorgefahr besonders gesicherten Petersplatz. Millionen sahen im Fernsehen oder via Internet zu.

Papst Franziskus hatte mit einem Festgottesdienst im Petersdom am Dienstagabend offiziell die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan eingeleitet. Bei der traditionellen Christmette zur Erinnerung an die Geburt Christi vor 2.000 Jahren rief der Papst die Gläubigen zu selbstloser Mitmenschlichkeit auf und betonte, dass Gott auch die schlimmsten Menschen liebe. Indirekt sprach er auch die Missbrauchsfälle in der Kirche an und appellierte an die Gläubigen, sich deswegen nicht der Liebe Gottes zu verweigern.

Erhebliche Sicherheitsvorkehrungen

Der Festgottesdienst im Petersdom leitete offiziell die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan ein. Tausende Gläubige begrüßten den Pontifex, als er zweieinhalb Stunden vor Mitternacht für die Christmette in die Basilika einzog. Vor Beginn der Messe enthüllte er eine Christkindfigur. Zwölf Kinder aus Italien, Japan, Venezuela, Kenia, Uganda, den Philippinen und dem Irak legten Blumen rundherum. Für den Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist es die siebente Weihnacht als Oberhaupt der katholischen Weltkirche.

In Rom wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Weihnachtsfeiertagen erheblich verschärft. Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, die größten Basiliken der Ewigen Stadt, die U-Bahn-Zugänge und die Gebäude wichtiger Institutionen sollen an allen Feiertagen strengstens kontrolliert werden, teilte das Innenministerium mit.

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