© EPA/IAN LANGSDON

Chronik Welt
09/25/2020

Zwei Festnahmen: Messerangriff vor früherem "Charlie Hebdo"-Büro

In Paris sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

Nach der Messerattacke bei den ehemaligen Redaktionsräumen des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" mit zwei Verletzten gab es Berichten zufolge eine zweite Festnahme. Die zweite Person wurde im Bereich der Metrostation Richard Lenoir in Nähe des Tatorts festgenommen, wie französische Medien am Freitag berichteten. Bei der Station wurde auch ein Beil gefunden.

Bei zwei schwerverletzten Opern soll es sich laut Berichten um zwei junge Mitarbeiter der Presseagentur Premières Lignes handeln, die im selben Haus wie einst "Charlie Hebdo" ihren Sitz hat.

Die beiden Mitarbeiter waren demnach am späten Vormittag für eine Zigarettenpause auf die Straße gegangen. Kurz danach erfolgte der Angriff, letzten Meldungen zufolge offenbar mit einer Machete. Mittlerweile soll keine akute Lebensgefahr mehr für die beiden Opfer bestehen, heißt es.

"Terror hat keinen Platz"

Frankreichs Premier Jean Castex und Innenminister Gérald Darmanin sowie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo fuhren am Nachmittag zum Tatort.

EU-Ratschef Charles Michel brachte sein Mitgefühl zum Ausdruck. "Alle meine Gedanken sind bei den Opfern dieser feigen Gewalttat", schrieb der Belgier am Freitag auf Twitter. Seine Solidarität gehe an das französische Volk. Michel betonte: "Der Terror hat auf europäischem Boden keinen Platz."

Berichten zufolge wurden im Zentrum der Stadt mehrere Schulen und Krippen vorsichtshalber geschlossen. Der Bereich um den Tatort wurde von den Einsatzkräften komplett abgesperrt. Medien berichteten, dass Tausende Schüler und Kindergartenkinder ihre Schulen und Kindergärten stundenlang nicht verlassen durften.

Zusammenhang mit Prozess?

Derzeit läuft in Paris ein Prozess gegen mutmaßliche Unterstützer der Terrorserie im Jänner 2015, bei der auch die Redaktion von "Charlie Hebdo" attackiert wurde. Das Magazin hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

Im Prozess sind 14 Menschen angeklagt. Bei der mehrtägigen, islamistischen Anschlagsserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden waren. Die Anschläge trafen die Redaktion von "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

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