┬ę REUTERS/MANUEL SILVESTRI

Chronik Welt
10/29/2018

Venedigs Markusplatz stand eineinhalb Meter unter Wasser

Schwere Unwetter in Italien: mehrere Tote und Verletzte. Dolomiten-Bergortschaft Plodn isoliert.

Schwere Unwetter haben am Montagnachmittag in Italien f├╝nf Todesopfer gefordert. Zwei Menschen starben in der Provinz Frosinone s├╝dlich von Rom, nachdem ein Baum auf ihr Auto gefallen ist, teilte der Zivilschutz mit. Die Gegend rund um Rom war am Montag von heftigen St├╝rmen und Regenf├Ąllen betroffen.

In der Badeortschaft Terracina s├╝dlich von Rom verw├╝stete der Sturm das Stadtzentrum. Mehrere Pinien st├╝rzten um, eine davon fiel auf das Auto. Eine Person, die sich an im Fahrzeug befand, kam dabei ums Leben, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. In Neapel wurde ein 21-J├Ąhriger ebenfalls von einem Baum erschlagen. In Albisola Superiore in der ligurischen Provinz Savona starb eine 88-J├Ąhrige, die w├Ąhrend des Wirbelsturms vermutlich von Teilen des Dachsimses eines Hauses t├Âdlich verletzt wurde. Wegen umgest├╝rzten B├Ąumen und Antennen gab es Dutzende Verletzte, darunter mehrere Mitglieder von Feuerwehrmannschaften, die seit Beginn der Unwetter am Sonntag im Dauereinsatz sind, berichteten italienische Medien.

Lagunenstadt unter Wasser

Venedig stand nach den heftigen Regeng├╝ssen unter Wasser. Der Pegel in der Lagune der norditalienischen Stadt erreichte am Montag eine H├Âhe von 156 Zentimetern, wie das ├Ârtliche Gezeiten-├ťberwachungszentrum mitteilte. 70 Prozent der Stadt waren ├╝berschwemmt. Die F├Ąhrenverbindungen wurden unterbrochen. Die Vaporetti konnten wegen des hohen Wasserstands nicht fahren. Weil Stra├čen und Pl├Ątze ├╝berschwemmt waren, wateten Touristen barfu├č durch das Wasser. Wie bei "acqua alta" ├╝blich, legten die Beh├Ârden Holzstege aus, damit die Fu├čg├Ąnger weitgehend trockene F├╝├če behalten konnten.

Dolomiten

Die Dolomiten-Bergortschaft Plodn/Sappada, deutsche Sprachinsel in der Provinz Belluno, war am Montagnachmittag vom Rest der Welt abgeschnitten. Eine zur Gemeinde f├╝hrende Stra├če war wegen eines Erdrutsches unterbrochen, eine zweite wurde wegen der Gefahr einst├╝rzender B├Ąume geschlossen. Andere Gemeinden in der Provinz Belluno waren vor├╝bergehend isoliert. Die Werke des Brillenherstellers Luxottica in Agordo und Cencenighe (Provinz Belluno) blieben geschlossen.

Ein Teil des Damms des touristischen Hafens in der ligurischen Badeortschaft Rapallo st├╝rzte am Montagnachmittag wegen der hohen Wellen infolge der Unwettern ein. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Wegen des starken Windes wurde die arch├Ąologische St├Ątte von Pompeji bei Neapel geschlossen. Touristen mussten aus Sicherheitsgr├╝nden das Areal verlassen. Das Gel├Ąnde darf bis zur Besserung der Wetterlage nicht betreten werden, teilten die Beh├Ârden mit.

Schulen vielerorts geschlossen

Die Schulen blieben auch am Dienstag in mehreren italienischen Regionen geschlossen. Auch am Dienstag sei mit weiteren schweren Niederschl├Ągen zu rechnen, warnte der Zivilschutz. Nicht ausgeschlossen wird, dass auch ├Âffentliche ├ämter geschlossen bleiben k├Ânnten.

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