"Black Lives Matter" - so die Botschaft

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Welt
07/04/2020

US-Polizisten wegen Selfie mit nachgestelltem Würgegriff gefeuert

Das Foto wurde am Ort der Festnahme des Schwarzen Elijah McClain aufgenommen.

Wegen eines Selfies mit einem nachgestellten Würgegriff sind mehrere weiße Polizisten im US-Staat Colorado gefeuert worden. Drei Beamte hatten nach Angaben der Polizei in der Stadt Aurora ein Foto am Ort der Festnahme des Schwarzen Elijah McClain aufgenommen, der infolge des Polizeieinsatzes im vergangenen Jahr starb.

Auf dem Bild hat einer der Beamten seinem Kollegen den Arm um den Hals gelegt, wie um ihn zu würgen. Eine Polizistin steht neben den beiden Männern und lacht in die Kamera.

Das Foto schickten sie nach Angaben der Polizei einem Kollegen, der sich darüber lustig machte. Auch er sei gefeuert worden. Einer der drei Beamten auf dem Selfie trat vor seiner Entlassung zurück.

"Beschämt und angeekelt"

"Wir sind beschämt, wir sind angeekelt und wir sind wütend", sagte die kommissarische Polizeichefin Vanessa Wilson am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Beamten hätten vielleicht keine kriminelle Handlung begangen, sich aber eines "Verbrechens gegen die Menschlichkeit und des Anstandes" schuldig gemacht, sagte Wilson.

"Überhaupt daran zu denken, so etwas zu tun, ist unbegreiflich."

Einer der gefeuerten Polizisten ist US-Medienberichten zufolge bei der Festnahme McClains vergangenes Jahr im August dabei gewesen.

Ein Passant hatte die Polizei auf den 23-Jährigen aufmerksam gemacht, weil sich dieser "verdächtig" verhalten und eine Skimaske getragen habe. Nach Darstellung der Polizei wehrte sich McClain gegen seine Festnahme. Die Beamten wendeten einen Würgegriff an.


Hinzugerufene Sanitäter verabreichten McClain ein Beruhigungsmittel. Der Mann erlitt auf dem Weg ins Krankenhaus einen Herzstillstand und starb wenige Tage später.

Der Fall McClain war im Zuge der landesweiten Proteste gegen Rassismus wie andere vergangene Fälle von Polizeigewalt wieder in die Öffentlichkeit gerückt. Ausgelöst worden waren die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai in Minneapolis.

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