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Chronik Welt

Unwetter in Deutschland: Wenig Hoffnung, Vermisste lebend zu finden

Es sei "sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten", sagen Helfer. Dutzende Menschen werden noch vermisst.

07/21/2021, 08:40 AM

Knapp eine Woche nach den ├ťberschwemmungen im Westen Deutschlands sieht die Vizepr├Ąsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, kaum Chancen, noch ├ťberlebende zu finden. "Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim R├Ąumen der Wege oder Auspumpen der Keller", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten."

Enorme Zerst├Ârung

Die Zahl der Hochwasser-Todesopfer ist innerhalb knapp einer Woche bis Dienstag auf mindestens 170 gestiegen. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwetter-Tote best├Ątigt.

Auch am Dienstag wurden noch Menschen vermisst - allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40.000 Menschen galten dort als betroffen von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut.

Stra├čen, Bahngleise, Br├╝cken, Mobilfunkmasten, Strom-, Gas- und Wasserleitungen sind vielerorts zerst├Ârt. Sorgen bereitet der ├ärztegewerkschaft Marburger Bund zudem die Versorgung von Patienten in den Katastrophengebieten. Manche Arztpraxen in Rheinland-Pfalz seien nicht mehr arbeitsf├Ąhig, hie├č es am Dienstag - nicht von Hochwasser betroffene Praxen m├╝ssten Patienten in einer solchen Lage mitversorgen. Es sei zudem sinnvoll, wenn f├╝r chronisch Kranke und sonstige Patienten in Gemeinden und Stadtteilen provisorische "Not-Praxen" sowie "Not-Apotheken" aufgebaut w├╝rden.

Gro├če Sch├Ąden gibt es auch in der Landwirtschaft - teils wurde Getreide von den Fluten umgew├Ąlzt. Andere Felder sind mit Wasser durchtr├Ąnkt, so dass die schweren M├Ąhdrescher nicht darauf fahren k├Ânnen und die B├Âden erst trocknen m├╝ssen. Eigentlich sollte die Getreideernte derzeit auf Hochtouren laufen. Mit Satellitenbildern solle bis gegen Ende der Woche ein erster ├ťberblick gewonnen werden, sagte ein Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Soforthilfe

Die Mainzer Landesregierung hatte f├╝r Betroffene der Katastrophe in Rheinland-Pfalz am Dienstag Soforthilfen bis zu 3.500 Euro pro Haushalt beschlossen. Dar├╝ber hinaus seien auf dem Spendenkonto der Landesregierung mehr als 6,2 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen. Das Geld soll ├╝ber Kreisverwaltungen verteilt werden.

Am Dienstag hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum zweiten Mal in wenigen Tagen die Hochwassergebiete besucht und den Betroffenen unb├╝rokratische Soforthilfe zugesagt. Die Regierung will die millionenschweren Hilfen am Mittwoch auf den Weg bringen. Au├čerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant.

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