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Spektakulärer Grabfund in Litauen: Versteckte königliche Insignien wiederentdeckt

Die Insignien waren zu Beginn des Zweiten Weltkriegs versteckt worden.
Fund in der Krypta der Kathedrale von Vilnius

Zusammenfassung

  • In der Krypta der Kathedrale von Vilnius sind fast 90 Jahre nach ihrer Verbergung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs königliche Insignien aus dem 16. Jahrhundert wiederentdeckt worden.
  • Die als „unschätzbar“ bezeichneten Grabbeigaben von König Alexander Jagiellon sowie Elisabeth von Habsburg und Barbara Radziwiłł wurden Ende 2024 hinter einer zugemauerten Treppennische gefunden.
  • Die Relikte, die jahrzehntelang als verschollen galten, sind nun in der Ausstellung „Hidden Within“ im Museum des kirchlichen Erbes in Vilnius bis 30. Jänner 2027 zu sehen.

Spektakulärer Grabfund in Litauen: Fast neunzig Jahre nachdem sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs versteckt wurden, sind lange verschollene königliche Insignien aus dem 16. Jahrhundert gefunden worden. Die wertvollen Grabbeigaben der litauisch-polnischen und österreichischen Herrscher wurden in der Krypta der Kathedrale von Vilnius entdeckt.

„Die wiederentdeckten Artefakte sind von unschätzbarem Wert“, sagte die Kunsthistorikerin Giedre Mickunaite der Deutschen Presse-Agentur in Vilnius. Sie ist die Kuratorin der neu eröffneten Ausstellung „Hidden Within“ im Museum des kirchlichen Erbes, in der die kostbaren Relikte bis zum 30. Jänner 2027 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Ich bin bestimmt 5.000 Mal an diesem Versteck vorbeigegangen“

Zu den Hauptexponaten zählen Grabkronen und Insignien von König Alexander Jagiellon (1461-1506) und den beiden Königinnen Elisabeth von Habsburg (1526-1545) und Barbara Radziwiłł (1522-1551), deren Gruften sich in den Gewölben unter der Kathedrale befinden. Die Insignien wurden 1939 versteckt, um sie vor Zerstörung und Plünderung zu schützen.

„Ich arbeite hier schon lange, seit über zehn Jahren. Und ich bin bestimmt 5.000 Mal an diesem Versteck vorbeigegangen. Aber ich hätte dort nicht einmal angehalten und gesucht, weil sich nichts in diesem Korridor befand“, sagte Alina Pavasaryte von der Museumsverwaltung bei einem Rundgang durch die Krypten. „Sie waren wirklich gut versteckt“.

Wer suchet, der findet

Jahrzehntelang galten die ursprünglich 1931 nach einem Hochwasser in den unterirdischen Grabkammern entdeckten und danach ausgestellten Relikte als verschollen. Seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Litauens wurden wiederholt vergebliche Versuche unternommen, um sie wiederzufinden. Viele Theorien und Spekulationen rankten sich um das Schicksal der Kostbarkeiten.

Ende 2024 wurden litauische Fachleute mit Hilfe von endoskopischen Kameras fündig - hinter einer zugemauerten Treppennische im für Führungen zugänglichen Bereich einer Krypta. Eingewickelt in Zeitungen aus dem Jahr 1939, waren die Insignien dort zusammen mit persönlichem Schmuck der Herrscher wie etwa goldenen Ringen mit seltenen Edelsteinen versteckt.

Mächtige Herrscher in Europa

Die Jagiellonen und die Habsburger zählten einst zu den mächtigsten Herrscherfamilien Europas. Die Österreicherin Elisabeth von Habsburg war die erste Frau des polnisch-litauischen Regenten Sigismund II. August vom Geschlecht der Jagiellonen, das die Könige von Polen und die Großfürsten von Litauen stellte. Die beiden Länder bildeten im 15. und 16. Jahrhundert im Verbund einst den größten Flächenstaat Europas. Das polnisch-litauische Reich erstreckte sich damals zeitweise von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.

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