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Chronik Welt
02/23/2020

Umstrittener Aalster Karneval mit Judenklischees

Ungeachtet israelischen Protests gegen antisemitische Darstellungen wurde der Umzug in der belgischen Kleinstadt abgehalten

von Bernhard Gaul

Der Straßenkarneval im belgischen Aalst ist am Sonntag gestartet ungeachtet israelischen Protests gegen antisemitische Darstellungen dabei. Zu sehen waren unter anderem Karikaturen orthodoxer Juden, zwischen denen Goldbarren liegen, sowie als orthodoxe Juden verkleidete Teilnehmer.

Schon im vergangenen Jahr gab es Kritik an der traditionellen Parade, nachdem auf Umzugswagen judenfeindlichen Klischees abgebildet waren, wie etwa auf GeldsÀcken sitzende MÀnner mit SchlÀfenlocken und Hakennasen.

Vor dem diesjĂ€hrigen Umzug hatte Israels Außenminister Israel Katz Belgien aufgefordert, die Festlichkeiten zu verbieten. „Belgien als westliche Demokratie sollte sich dafĂŒr schĂ€men, eine solch giftige antisemitische Darstellung zu erlauben“, hatte Katz am Donnerstag auf Twitter geschrieben. Auch Europaabgeordnete hatten im Vorfeld an Aalst appelliert, diesmal jede Art von Hassbotschaft zu unterbinden.

Aalsts BĂŒrgermeister Christoph D'haese hat die Anrainer vor dem Umzug aufgerufen, „nicht um des Verletzens willen zu verletzen“. GegenĂŒber der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“ sagte er, Karneval sei „ein spezieller Kontext“ und „Humor eine wichtige Äußerung in einer freien Gesellschaft“.

Wie andere Narrenfeste der Region geht auch der Umzug in der Karnevalshochburg Aalst auf die Tradition zurĂŒck, mit Karikatur und Satire politische Kritik zu ĂŒben. Wegen wiederkehrender rassistischer und judenfeindlicher Darstellungen hat der Aalster Karneval 2019 seinen Status als Weltkulturerbe eingebĂŒĂŸt.
Am Sonntag waren auch Karnevalisten zu sehen, die als „UNESCO“ verkleidet den Umzug begleiteten.

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