Chronik | Welt
02.10.2018

Um US-Image aufzupolieren: Melania Trump tourt durch Afrika

Melania Trump besucht Afrika, obwohl ihr Mann unentwegt gegen den Kontinent pöbelt.

 Die US-First Lady Melania Trump ist am Montagabend zu einer einwöchigen Afrikareise aufgebrochen. Es ist – mit Ausnahme eines Tagestrips 2017 nach Toronto – ihre erste offizielle Reise ohne den Präsidenten, Donald Trump. Als erstes wird Melania Trump am Dienstag in Accra, der Hauptstadt von Ghana, erwartet. Weitere Stationen sind Malawi, Kenia und Ägypten. Auf ihrer Tour wird Melania Trump vorrangig Kinder in Schulen und Krankenhäusern besuchen. Sie will damit international auf ihre im Mai gegründete Initiative „Be Best“ aufmerksam machen. Ziel der Initiative ist es, das Wohlergehen von Kindern zu fördern.

Beleidigender Trump

Die oft unbedachte und rassistische Wortwahl des US-Präsidenten Trump wirft einen Schatten auf die Afrikareise seiner Ehefrau. In der Vergangenheit soll er hinter verschlossenen Türen afrikanische Staaten als „Drecksloch“-Länder bezeichnet haben. Auch in einer Sitzung, Ende 2017, soll Trump sich geärgert haben, dass nigerianische Migranten „nie in ihre Hütten zurückkehren“ würden, wenn sie die USA einmal betreten haben.

Der „Drecksloch“-Sager veranlasste die Afrikanische Union, eine Entschuldigung einzufordern; Senegal und Botswana bestellten die jeweiligen US-Botschafter ein.

Auch die First Lady hat sich bereits einige Fauxpas geleistet. Im Juni besuchte sie ein Heim für Migrantenkinder. Dabei trug sie eine Jacke mit der Aufschrift: „Es ist mir wirklich egal. Und dir?“ Auch ihre Schuhe mit Leopardenmuster, die sie beim Einstieg in den Flieger nach Afrika anhatte, hätten als unsensible Wahl interpretiert werden können. Bei ihrer Ankunft war sie aber bereits auf ein anderes Paar High Heels umgestiegen.

Melania Trump wird während ihres Besuchs in Afrika wohl auch versuchen, ein positiveres Bild der USA zu vermitteln. Auch der US-Präsident versuchte sich, auf seine Art, in Wiedergutmachung. Im Vorfeld der Reise der First Lady meinte er: „Wir beide lieben Afrika. Afrika ist so schön.“

- Stephan Polet