Türkei: Ex Gouverneur im Fall einer verschwundenen 21 Jährigen verhaftet
(Symbolbild)
Zusammenfassung
- Ex-Gouverneur Tuncay Sonel wurde wegen Verdachts auf Beweisvernichtung im Fall einer seit sechs Jahren verschwundenen Studentin in der Türkei verhaftet.
- Weitere Verdächtige sind ein ehemaliger Polizist, ein Arzt und der damalige Freund der Studentin, denen Manipulation von Beweismitteln vorgeworfen wird.
- Frauenorganisationen und Angehörige fordern seit Jahren die Aufklärung des Falls; eine Sondereinheit sucht weiterhin nach der Leiche der Studentin.
Im Fall einer jungen Studentin, die vor sechs Jahren in der Osttürkei verschwand, gerät ein ehemaliger Gouverneur in den Fokus. Es bestehe der Verdacht, dass der damalige Gouverneur der Provinz Tunceli, Tuncay Sonel, Beweismittel vernichtet, verheimlicht oder verändert habe, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi unter Berufung auf neue Ermittlungsergebnisse durch die zuständige Staatsanwaltschaft. Gegen Sonel sei am Dienstag Haftbefehl erlassen worden.
Gouverneure werden in der Türkei von der Zentralregierung in Ankara ernannt. Sonel war Anadolu Ajansi zufolge zwischen 2017 und 2020 Gouverneur von Tunceli. Zuvor war der Sohn Sonels wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung verhaftet worden.
Vor sechs Jahren verschwunden
Die 21-jährige Studentin war im Jänner 2020 verschwunden - die Behörden gehen davon aus, dass sie getötet wurde. Die Ermittlungen sollten schon zu den Akten gelegt werden, doch neue Erkenntnisse führten zu mehreren Verhaftungen. Justizminister Akin Gürlek erklärte, eine Sondereinheit sei geschaffen worden, um die Leiche der Studentin zu finden.
Ermittelt wird Anadolu Ajansi zufolge unter anderem auch gegen einen ehemaligen Polizisten, dem vorgeworfen wird, Daten vom Telefon der Studentin gelöscht zu haben und gegen einen Arzt, der Krankenhausunterlagen gelöscht haben soll sowie gegen den damaligen Freund der Studentin. Jahrelang hatten Frauenorganisationen und die Angehörigen der verschwundenen Studentin die Aufklärung des Falls gefordert.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
Kommentare