© REUTERS/Mike Blake

Chronik Welt
10/27/2021

Entscheidung über Anklage gegen Baldwin noch heute?

Tod am Filmset: Die Staatsanwaltschaft gibt heute Abend gegen 18:00 Uhr erstmals öffentlich den Stand der Untersuchungen bekannt.

von Dirk Hautkapp

Der Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins bei Dreharbeiten im US-Bundesstaat New Mexico kann für Hollywood-Star Alec Baldwin und/oder andere Crew-Mitglieder strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das sagte die zuständige Bezirksstaatsanwältin in Santa Fe, Mary Carmack-Altwies, der New York Times.

Die federführende Ermittlerin, die heute gegen 18:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit zum ersten Mal öffentlich den Stand der Untersuchungen in der eine Woche zurückliegenden Tragödie auf der Bonanza Creek Film-Ranch darlegen will, deutete an, dass es "noch Wochen, wenn nicht Monate" dauern kann, bis die Entscheidung fällt, ob Anklage erhoben wird oder nicht. 

Carmack-Altwies begründete dies mit einer Vielzahl von Augenzeugen, die zu vernehmen seien und der komplexen Situation am Film-Set, die derzeit rekonstruiert werde. Hutchins (42) war von Baldwin bei einer Szenen-Probe in einer Kirche unabsichtlich erschossen worden. Regisseur Joel Souza wurde von dem Projektil danach an der Schulter getroffen, er kam mit leichten Verletzungen davon.

"Enorme Menge an Munition" am Drehort

Hauptdarsteller Baldwin, der auch Mit-Produzent des Western-Films Rust” ist, war vom Regie-Assistenten Dave Halls eine Waffe gereicht worden mit dem klaren Hinweis: "nicht geladen". Carmack-Altwies erklärte, man konzentriere sich darauf zu ermitteln, um was für eine Patrone es sich exakt gehandelt hat und wer die Waffe - gegen alle Regeln - mit scharfer Munition bestückt hat. 

Ob Regie-Assistent Halls oder die junge Waffenmeisterin Hanna Gutierrez (24) die Waffe vor dem Gebrauch untersucht haben, ist bisher nicht bekannt. Beide gelten als zentrale Figuren in dem Fall, der die Film-Industrie alarmiert hat, beide schweigen bisher in der Öffentlichkeit. 

Laut Staatsanwältin Carmack-Altwies wurde von der Polizei "eine enorme Menge an Munition" am Drehort gefunden, die genau analysiert werden müsse. 

Die Juristin betonte bei ihrem Telefon-Interview mit der New York Times, dass die seit dem Zwischenfall am 21. Oktober in den Medien benutzte Formulierung von einer sogenannten "prop gun" (Requisitenwaffe) irreführend sei. "Es war eine echte Waffe", sagte sie, ohne Fabrikat und Alter zu nennen. Dem Vernehmen nach soll es sich um einen antiken Colt gehandelt haben. 

Das Detail ist wichtig, weil Experten seit Tagen darauf hinweisen, dass echte Munition in einer Fake-Waffe vermutlich explodieren und den Schützen verletzen würde. Mit anderen Worten: Baldwin, in dem Glauben, alles sei in Ordnung, bekam eine voll funktionsfähige, scharfe Waffe in die Hand gedrückt. Rachel Morrison, Oscar-nominierte Chef-Kamerafrau von Filmen wie "Black Panther", zeigte sich im Sender CNN tief erschüttert über das Ausmaß von "Pflichtvergessenheit".

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