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Chronik | Welt
08/13/2019

Südsudan: Viehdiebe überfielen Dorf und töteten 13 Menschen

Gewaltsame Viehdiebstähle kommen im Südsudan häufig vor. Diesmal fand im Bundesstaat Western Lakes ein Gemetzel statt.

Im Krisenstaat Südsudan haben Viehdiebe ein Dorf angegriffen und dabei mindestens 13 Menschen getötet. Mindestens sieben Menschen seien bei dem Angriff in Rumbek East im Bundesstaat Western Lakes zudem verletzt worden, sagte ein Vertreter der Regionalverwaltung, Benjamin Aduol, am Dienstag.

Die schwer bewaffneten Angreifer hätten auch Dutzende Kühe gestohlen. Wer den Angriff verübte, war zunächst unklar, die Behörden machten aber Mitglieder einer Gemeinde im benachbarten Bundesstaat Tonj dafür verantwortlich.

Immer wieder Ärger mit Viehdieben

Am Jahresbeginn richteten Viehdiebe in Tonj ein Massaker an, töteten 105 Menschen - vor allem Frauen und Kinder - und stahlen zudem 5.000 Rinder.

Beim damaligen Angriff drüfte es sich um einen Racheakt gehandelt haben. Die Täter kamen aus dem nördlichen Bundesstaat Liech, in welchem zuvor Viehdiebe aus Tonj zugeschlagen hatten, 28 Menschen töteten und 3.000 Rinder stahlen.

Die meisten Menschen in dem ostafrikanischen Staat sind Viehhirten oder Kleinbauern. Gewaltsame Viehdiebstähle und Kämpfe um Land kommen dort immer wieder vor, oft spielen auch Spannungen zwischen verfeindeten ethnischen Gruppen eine Rolle. Nach Jahrzehnten der Konflikte sind viele Menschen im Südsudan bewaffnet.

Zudem brach 2013 ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vize Riek Machar aus. 2018 unterzeichneten sie ein Friedensabkommen, das den Weg für eine Einheitsregierung ebnen soll. Es muss sich aber noch zeigen, ob das klappen wird. Trotz des Abkommens kommt es immer wieder zu Gewalt.