Schüler entdecken aufrecht sitzende Skelette neben Schulhof

In Dijon stießen Schulkinder auf eine Reihe von Skeletten, die aufrecht und sorgfältig platziert waren.
Kinder in Frankreich stoßen auf rätselhafte Skelette.

Ein scheinbar ganz normaler Schultag wurde für Kinder in Dijon (Frankreich) zu einem überraschenden archäologischen Erlebnis: In der ostfranzösischen Stadt stießen Schüler auf ein antikes, aufrecht sitzendes Skelett direkt neben dem Schulgelände.

Die französische National Institute for Preventive Archaeological Research (INRAP) bestätigte den Fund gegenüber euronews und ordnete ihn archäologischen Grabungsarbeiten zu: Es ist bereits der fünfte ähnliche Fund allein in diesem Monat. Alle Skelette wurden in aufrechter Sitzposition, in kreisrunden Gruben und mit Blickrichtung Westen entdeckt – ihre Hände lagen meist ruhig im Schoß.

Ein Kinder-Skelett entdeckt

Nach Angaben der INRAP handelt es sich überwiegend um Männer, die eine Körpergröße zwischen 1,60 m und 1,75 m aufweisen. Nur ein einziges Kinder-Skelett befand sich unter den Entdeckungen. Die Zähne waren erstaunlich gut erhalten, gleichzeitig zeigten viele Knochen Spuren von Osteoarthritis – ein Hinweis auf körperlich harte Lebensumstände. Archäologen vermuten, dass die Überreste einer gallischen Bevölkerung entstammen, die während der Eisenzeit und der römischen Epoche große Teile Europas bevölkerte.

Diese Sitzbestattungen sind selbst für Archäologen etwas Besonderes. Die meisten frühzeitlichen Gräber enthalten ruhende, ausgestreckte Körper. Die Archäo‑Anthropologin Annamaria Latron beschreibt diesen Befund als "nicht typisch" im Vergleich zu klassischen Grabpraktiken. Sie betont, dass es keine abschließende Erklärung dafür gebe.

Bereits im vergangenen Jahr wurden nicht weit vom aktuellen Fundort entfernt 13 weitere sitzende Skelette aus derselben Zeit gefunden. Archäologen spekulieren über verschiedene Deutungen:

  • Kriegerbestattungen, bei denen Verstorbene aufrecht ruhen,
  • rituelle Praktiken, die mit dem Sonnenuntergang oder kosmologischen Vorstellungen verbunden sind,
  • oder sogar symbolische Haltungen für das Jenseits.

Konkrete Belege fehlen aber bislang, und die Forschung steht hier noch am Anfang.

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