© Denise Daries

Chronik Welt
06/15/2021

Schwimmend in 52 Tagen durch die Seine

Arthur Germain, Sohn der Pariser Bürgermeisterin, will bis Ende Juli von der Quelle bis nach Le Havre schwimmen. Nur durch Paris darf er eigentlich nicht.

Aus Paris, Simone Weiler

Nach einer Woche hatte er die 100-Kilometer-Marke geknackt – schwimmend im 16 Grad kalten Wasser und ein 60 Kilogramm schweres Kajak mit sich ziehend: Arthur Germain kommt gut voran bei seinem Ziel, die Seine mit eigener Muskelkraft zu durchschwimmen.

Nachdem der 19-jährige Franzose Anfang Juni an der Quelle im Burgund gestartet ist, will er bis zum 28. Juli die Hafenstadt Le Havre erreichen – 774 Kilometer in 52 Tagen.

Die Seine, keltisch Sequana, ist ein Fluss in Nordfrankreich und entspringt in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie fließt von Osten nach Westen und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal

Paris
Die französische Hauptstadt liegt an der Seine

775 Kilometer lang
Die Seine ist neben der Loire  (1.004 Kilometer) und den ineinander übergehenden Flussverläufen von Doubs, Saône und Rhône (insgesamt 1.025 Kilometer) einer der längsten Flüsse Frankreichs. Das Einzugsgebiet der Seine umfasst etwa 78.650 km²

 

Für ihn handelt es sich nicht nur um eine sportliche Herausforderung, er möchte auch die Menschen für die Schönheit des Flusses und dessen Schutz sensibilisieren. Seine Aktion macht der junge Mann so öffentlich wie möglich und meldet sich täglich in den sozialen Netzwerken. Besondere Medienaufmerksamkeit erhält er wohl auch dank seiner berühmten Eltern: Seine Mutter Anne Hidalgo ist die Bürgermeisterin von Paris, sein Vater der sozialistische Abgeordnete Jean-Marc Germain.

Sammelt Spenden

Dennoch betont Arthur Germain, er gehe seinen eigenen Weg und wolle „niemandem etwas beweisen“. Es gehe ihm nicht um Berühmtheit. Die Hälfte der für die Aktion gesammelten Spenden geht an eine Nichtregierungsorganisation, die Bildungsprojekte in Afrika fördert.

Bereits im Alter von 16 Jahren war Germain der jüngste Mensch, der den Ärmelkanal schwimmend durchquerte – 51,3 Kilometer in 9 Stunden und 47 Sekunden. Dieses Mal ist die sportliche, aber auch mentale Herausforderung noch größer. Germain will keine Hilfe und hat alle wichtigen Utensilien in seinem Kajak dabei: In wasserfesten Taschen hat er eine Hängematte und eine Plane zum Schlafen, sein elektronisches Material, einen kleinen Elektrokocher und sein Essen: Nüsse, Trockenfrüchte, Miso-Suppen und getrocknete Algen – alles vegetarisch.

Selbstversorger

„Ich nehme kein Essen an, weder von meinem Team noch von Menschen auf dem Weg“, versichert Germain. Sollten ihn Anrainer zu einer warmen Dusche einladen, sage er aber nicht nein.

Trainiert hat der schmale, aber muskulöse junge Mann seit Monaten, machte Muskeltraining und Kletterübungen. Auch in administrativer Hinsicht war die Vorbereitung langwierig. 360 Kommunen liegen an der Seine, die bekanntesten davon Paris, Rouen und Le Havre. Germain brauchte von allen zuständigen Polizeipräfekturen die Erlaubnis, durch die Seine zu schwimmen – denn das ist eigentlich verboten.

Nicht überall erhielt er deshalb die Befugnis. Unter anderem in Paris, der von seiner eigenen Mutter regierten Stadt, wurde sie ihm verwehrt. Die Mutter hatte auf die Entscheidung keinen Einfluss. Trotzdem ist Germain entschlossen, nicht von seinem Plan abzuweichen: „Ich werde wie vorgesehen dorthin kommen und glaube nicht eine Sekunde, dass man mich aufhalten wird.“

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