Chronik | Welt
17.07.2018

Schwerer Geldwäschevorwurf gegen den spanischen Ex-König

Spaniens Ex-König Juan Carlos soll 80 Millionen Euro auf dem Konto seiner Ex-Geliebten geparkt haben.

Spanien.

In Madrid bahnt sich gerade ein Mega-Skandal an. Der langjährige Monarch steht im Verdacht, 80 Millionen Euro Provision am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Juan Carlos hatte offenbar für spanische Firmen einen Großauftrag für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den Pilgerstätten Medina und Mekka in Saudi-Arabien eingefädelt. Das Geld soll er auf einem Konto seiner Ex-Geliebten, der deutschen Geschäftsfrau Corinna zu Sayn-Wittgenstein, in Monaco geparkt haben.

Die Quelle der Information stammt von der Ex-Geliebten, die in Spanien als des Königs „amiga“ bekannt wurde, weil sie bei einer Elefantenjagd in Botswana dabei war, wo sich Juan Carlos 2012 die Hüfte gebrochen hatte.

Die spanische Regierung verlangt nun in der Sache „eine Einschätzung“ des spanischen Geheimdienstchefs Felix Sanz Roldaan. Unter den Teppich kehren lässt sich der Fall nicht mehr, denn seit einer Woche berichten spanische Zeitungen von einem abgehörten Telefongespräch das 2015 geführt worden sein soll. Darin beschwert sich die vom König schwer enttäuschte Corinna zu Sayn-Wittgenstein bei einem hohen Polizeioffizier, der derzeit wegen Korruptionsverdachts in U-Haft sitzt, bitterlich: „Er unterscheidet nicht zwischen legal und illegal“, sagt sie.

Er habe ihr Bankkonto – ohne sie zu fragen – genutzt, um 80 Millionen Euro aus dem Königreich Saudi-Arabien vor dem Fiskus zu verheimlichen. Die Aussagen Sayn-Wittgensteins lassen zudem den Schluss zu, dass Juan Carlos auch gut über die Machenschaften seines Schwiegersohns Iñaki Urdangarin Bescheid wusste. Der Mann seiner Lieblingstochter Cristina musste erst vor Kurzem eine sechsjährige Haftstrafe in einem Gefängnis nördlich von Madrid antreten, weil er Steuergelder veruntreut hat.

Im Übrigen spricht hier eine offensichtlich sitzen gelassene Freundin, der der Ex-König allen Ernstes die Scheidung von seiner Frau Sofia versprochen und eine Hochzeit in Aussicht gestellt haben soll. Die Frau behauptet außerdem, dass sie und ihre Kinder vom spanischen Geheimdienst bedroht wurden.

Der Mitschnitt des brisanten Telefonats wurde

zwei Internetplattformen zugespielt.

Ex-König ohne Ansehen

Der 80-jährige Juan Carlos gerät in Spanien immer stärker unter Druck. Seine Frauengeschichten, lange ein Tabuthema, werden ausgewalzt. Ehefrau Sofia begleitet ihn schon seit Jahren nur noch zu offiziellen Anlässen. Lieber zeigt sich die immer noch beliebte Ex-Königin mit ihren Enkeltöchtern und ihrem Sohn, König Felipe. Schwiegertochter Letizia, eine ehemalige Journalistin, wird große Distanz zu den Schwiegereltern nachgesagt. Im Parlament forderten Abgeordnete bereits einen U-Ausschuss über die Finanzen des Königshauses.