© REUTERS/GENE BLEVINS

Chronik Welt
12/14/2018

Richard Bransons Raumschiff erreicht das All

Zweiter Testflug von Virgin Galactic. Vier Jahre nach dem Unglück gab es diesmal keine Probleme.

von Susanne Bobek

Die NASA und das US-Militär haben die Grenze zum Weltraum bei 50 Meilen festgelegt, international wird die Kármán-Linie in Höhe von 100 Kilometern als Grenze bezeichnet.

Aber egal: Richard Bransons SpaceShipTwo erreichte am Donnerstag bei einem einstündigen Testflug in der Mojave-Wüste in Kalifornien eine Höhe von 83 Kilometern – und damit das Weltall.

Die Piloten Rick Sturckow und Mark Stucky lösten in 15 km Höhe das SpaceShipTwo von einem Trägerflugzeug. Sie ließen ihr Fluggerät von der Größe eines Privatjets für zwei Piloten und sechs Passagiere einige Sekunden ungebremst in die Tiefe rauschen und zündeten dann die Triebwerke. Das Raumschiff, gebaut von Virgin Galactic, beschleunigte auf zweieinhalbfache Schallgeschwindigkeit, drehte bei km 83 um und landete Minuten später auf der Erde.

Der Flug ist eine Zäsur. Denn die zwei Piloten dürfen sich jetzt Astronauten nennen. Branson weinte vor Freude und erklärte in seiner Euphorie: „Der Weltraum ist Virgin-Territorium.“

Der Brite befindet sich im Wettkampf mit Tesla-Gründer Elon Musk und Amazon Gründer Jeff Bezos. Alle drei wollen möglichst bald zahlende Kunden in den Weltraum befördern. Bezos „Space X“ durchstieß schon einmal die Kármán-Linie, allerdings nur mit einer unbemannten Rakete, während Bransons Piloten von oben die Erdkrümmung sehen konnten und Schwerelosigkeit spürten.

Der erste Testflug vor vier Jahren endete allerdings dramatisch: Bei der Raketenzündung kam es zur Explosion, ein Pilot kam ums Leben, der zweite rettete sich mit dem Fallschirm, wurde aber schwer verletzt.

600 Kandidaten wollen das Risiko auf sich nehmen. Ein 90-Minuten-Flug kostet 250.000 Dollar.

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