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„Regenbogenmaschine“: Schneekanone im Sommer sorgt für Empörung

Ein Südtiroler Skigebiet setzt im Sommer eine Beschneiungsanlage als Erfrischung für Kinder ein. Das sorgt bei vielen für Kopfschütteln.
Skiwelt Wilder Kaiser Söll in Tirol Rodelschule

Zusammenfassung

  • Die Skiworld Ahrntal setzt am Klausberg im Sommer täglich für zwei Minuten eine Schneekanone als „Regenbogenmaschine“ für Kinder ein und löst damit Kritik in sozialen Medien aus.
  • Kritiker sprechen von Wasserverschwendung und bemängeln, dass in den Alpen zum Sparen aufgerufen werde, während für eine Freizeitattraktion Wasser versprüht werde.
  • Der Betreiber weist die Vorwürfe zurück, verweist auf 240 Liter in zwei Minuten aus Quell-, Schmelz- oder Regenwasser und spricht von einem natürlichen Wasserkreislauf in einem wasserreichen Tal.

Im Südtiroler Ahrntal sorgt eine Schneekanone mitten im Hochsommer für hitzige Gemüter. Die Skiworld Ahrntal setzt am Klausberg in ihrem Family Park an heißen Tagen eine Beschneiungsanlage als „Regenbogenmaschine“ ein. Während die Betreiber von einer erfrischenden Attraktion für Kinder sprechen, hagelt es in sozialen Medien Kritik wegen angeblicher Wasserverschwendung.

„Ein Spaß für Groß und Klein!“, nennt die Skiworld die sommerliche Aktion. Täglich um 14 Uhr wird die Kanone für zwei Minuten eingeschaltet und versprüht feinen Wasserstaub, inklusive Regenbogen-Effekt. 

In den sozialen Medien kommt das nicht so gut an: „So kann man eine wertvolle Ressource auch sinnlos vergeuden“, kritisiert eine Frau unter einem Social-Media-Post des Betreibers. „Wasserverschwendung deluxe“, schimpft eine andere. Weit über hundert Kommentare sammelte der Beitrag innerhalb kurzer Zeit, die überwältigende Mehrheit beklagt Ungleichbehandlung: Bauern und Anwohner in den Alpen würden zum Wassersparen aufgerufen, während die Skiworld das rare Nass in die Bergwelt verspritzt.

240 Liter in zwei Minuten

Der Betreiber wehrt sich gegen die Vorwürfe. In den zwei Minuten würden lediglich 240 Liter versprüht, zwei Liter pro Sekunde und damit der Minimalverbrauch der Maschine. Im Winter laufen Schneeanlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Litern pro Sekunde. Außerdem werde kein Trinkwasser verwendet, sondern Quell-, Schmelz- oder Regenwasser, das ohnehin im Rohr stehe. „Wenn es nicht rausgespritzt wird, läuft es den Berg hinunter“, erklärt ein Sprecher der Skiworld Ahrntal.

Das Wasser entstamme den natürlichen Quellen am Klaussee, speise ihn und fließe anschließend über den Kleinklausenbach in die Ahr und weiter in die Etsch. „Ein natürlicher Wasserkreislauf“, betont der Betreiber. Im Winter werde Wasser auf den Berg gepumpt, um die Beschneiungsanlagen zu bedienen. Im Sommer gehe es, zusammen mit Schmelzwasser, wieder bergab, betreibe ein kleines E-Werk im Tal und münde schließlich wieder in die Ahr und später in die Etsch. Das Ahrtal sei zudem ein wasserreiches Tal, auch für Landwirte und Anwohner stehe genug zur Verfügung.

Idee entstand bei Wartungsarbeiten

Die Idee zum Sommer-Betrieb der Kanone sei rein zufällig bei einer Wartung entstanden, erzählt der Sprecher dem Münchner Merkur. An Schneeanlagen finde jährlich eine Revision statt, dabei müssten die Motoren kurz angeschaltet werden. Diese Wartung sei vergangenes Jahr auf einen heißen Tag gefallen. 

„Dann sind alle Kinder heraufgerannt und hatten eine Freude am Wasser. Also haben wir uns gedacht: Schalten wir sie mal zwei Minuten ein, wenn es heiß ist.“ Gäste vor Ort hätten sich noch nie über den kleinen Wasser-Gag beschwert, die Aufregung finde nur online statt.

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