Chronik | Welt
12.11.2018

Promi-Villen abgebrannt: „Ich habe wirklich richtig Angst“

Promis schildern ihre Flucht vor den Bränden in Kalifornien. Die Gefahr ist nicht gebannt: Es bleibt windig.

„Es war ein schreckliches Gefühl, meine beiden Hunde, ein paar Notizbücher, Fotoalben und einen Koffer gefüllt mit meinen Lieblingsbüchern zu schnappen, aber meine Eseln 'Zorro' und 'Esperanza' und die sechs schnatternden Enten zurückzulassen“, schreibt die Autorin Cornelia Funke über ihre Flucht aus ihrer Farm bei Malibu. Thomas Gottschalk hat seine zehn Millionen-Dollar-Villa mit Mühle verloren, seine Nachbarin Miley Cyrus ebenfalls. Die 25-jährige Sängerin tröstet sich: „Meine Erinnerungen bleiben.“

Die 72-jährige Uschi Obermaier, Ex-Model und Gesicht der 1968-Bewegung ist bei einer Freundin untergekommen. Im Telefon-Interview mit DPA sagte die Münchnerin: „Heute habe ich wirklich richtig Angst, denn die Feuer sind schon nah, und dazu kommen die Santa-Ana-Winde.“ Obermaier lebt in den Hügeln des Topanga Canyon östlich von Malibu, will aber bald an die Algarve umziehen. Auch wegen Donald Trump.

Plastikspielzeug intakt

„Herzzerreißende Zeit in ganz Kalifornien“, schrieb Hollywood-Star Gerard Butler (48, „300“) und sendete ein Foto von sich vor qualmenden Trümmern und einem ausgebrannten Auto. „Wir haben unser Haus verloren“, schrieb „Doctor-Strange“ Regisseur Scott Derrickson. In der Asche hat er „völlig intakt“ eine Pflanzenschale, ein Plastikspielzeug und ein verrußtes Glas vorgefunden. Seine beiden Söhne treffe der Verlust ihrer Sachen schwerer. Auch Sänger Robin Thicke und der kanadische Rocker Neil Young haben ihre Häuer verloren.

Und alle danken den heroischen und unerschrockenen Feuerwehrmännern, die seit Freitag fast ununterbrochen im Einsatz stehen. Durch die starken Winde bestand auch am Montag keine Chance, die gewaltigen Feuerwalzen aufzuhalten. An manchen Stellen nahm sich das Feuer Gelände in der Größe von drei Fußballfeldern in einer Minute. Dies sei der Grund, warum es bisher mehr als 30 Tote gegeben hat. Einen genauen Überblick wird man sich erst in einigen Tagen machen können.

Bei den schweren Bränden in den Ausläufern der Sierra-Nevada-Berge werden noch 200 Menschen vermisst. In der Kleinstadt Paradise brannten 6400 Häuser nieder. Weil die Brände auch die Mobilfunkmasten zerstört haben, können viele ihre Angehörige nicht erreichen. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown macht den Klimawandel verantwortlich. „Dies ist die neue Abnormalität.“