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Chronik Welt

"Er ist sehr krank": Papst Franziskus bittet um Gebete für Benedikt XVI.

Bei einer Generalaudienz bat Franziskus die Gläubigen, seinen 95-jährigen Vorgänger "bis zum Ende zu unterstützen". Laut Medien leidet Benedikt an Atemproblemen.

12/28/2022, 10:38 AM | Aktualisiert am 12/28/2022, 11:46 AM

Benedikt XVI. sehne sich seit langem nach seinem "Heimgang" – so kommentierte der Biograf des emeritierten Papstes, Peter Seewald, am Mittwoch die  sorgenvollen Berichte über den Zustand des 95-Jährigen. Benedikt  sei sehr krank, hatte der amtierende Papst Franziskus am Vormittag  bei der Generalaudienz  im Vatikan mitgeteilt und  zu Gebeten für seinen Vorgänger aufgerufen.

"Bittet den Herrn, ihn zu trösten und ihn in diesem Zeugnis der Liebe zur Kirche bis zum Ende zu unterstützen", sagte Franziskus und erneuerte den Gebetsaufruf später in einem Tweet. "Schließen wir uns alle diesem Gebet an!", twitterte Kardinal Christoph Schönborn am Nachmittag.

Atemprobleme

Benedikts Gesundheitszustand habe sich in den vergangenen Stunden "aufgrund des fortschreitenden Alters" verschlechtert, nannte der Sprecher des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, Details. Die Situation sei aber "für den Moment unter Kontrolle" und werde permanent von Ärzten überwacht. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf "qualifizierte Kreise", dass Benedikt schon seit den Tagen vor Weihnachten an Atemproblemen leide.

Benedikt war vor knapp zehn  Jahren  als erster Pontifex seit dem 13. Jahrhundert von seinem Amt zurückgetreten und hatte sich  in das  Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan zurückgezogen, wo er von seinem langjährigen Privatsekretär und Vertrauten Georg Gänswein, 66,  sowie von Ordensschwestern betreut wird.  Bereits seit mehreren Jahren wirkte Benedikt zunehmend gebrechlich, Auftritte absolvierte er sitzend oder im Rollstuhl. 

Zuletzt hieß es, dass der 95-Jährige kaum noch sprechen könne. Geistig sei er aber den Umständen entsprechend fit. Bis zuletzt empfing er auch Gäste. Besonders oft schaute Papst Franziskus vorbei – so auch nach der gestrigen Generalaudienz.

Auch Mitte Dezember hatte der Argentinier den gebürtigen Bayern getroffen und in einem Interview mit der  spanischen Tageszeitung ABC davon berichtet. "Ich besuche ihn oft und bin von seinem klaren Blick erbaut", sagte Franziskus. "Er lebt in Kontemplation. Er hat einen guten Sinn für Humor, er ist klar, sehr lebendig, er spricht leise, aber er folgt dem Gespräch. Ich bewundere seine Klarheit. Er ist ein großer Mann."

Auch der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller bezeichnete Benedikt am Montag als immer noch geistig fit. "Ich meine, dass es ihm trotz der Gebrechen des Alters von nunmehr 95 Jahren gut geht. Er ist bei wachem Verstand und geistig bereit, jederzeit vor seinen göttlichen Richter zu treten", sagte Müller. Damit gebe Benedikt  ein Beispiel frohen Gottvertrauens, das er jedem Menschen wünsche.

Joseph Ratzinger, wie Benedikt XVI. mit bürgerlichem Namen heißt, wurde im April 1927 als Sohn eines Gendarmen und einer Köchin in Marktl am Inn nahe der österreichischen Grenze geboren. Als junger Mann studierte er Theologie und Philosophie.  1951 wurde er gemeinsam mit seinem drei Jahre älteren Bruder Georg, dem er bis zu dessen Tod 2020 sehr nahe stand, zum Priester geweiht.

1977 ernannte Papst Johannes Paul II. den damals 50-Jährigen Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie zum Erzbischof von München und zum Kardinal. 1982 wurde Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation in Rom und blieb es bis zu seiner Papstwahl am 19. April 2005. In beiden Ämtern galt er als absoluter Hardliner.

"Lage ist sehr ernst"

Während der deutsche Kanzler Olaf Scholz  Benedikt XVI. am Mittwoch  eine "gute Genesung" wünschte, war ein langjähriger Weggefährte des Ex-Kirchenoberhauptes deutlich weniger optimistisch. "Die Lage ist sicher sehr ernst", sagte  der emeritierte Theologie-Professor Wolfgang Beinert. "Bei einem Mann, der auf die 100 zugeht, ist das aber nicht überraschend." Bis zum Jahresanfang habe er noch Briefkontakt zu Benedikt gehabt, so Beinert. Auf ein Schreiben zu dessen Geburtstag im April habe er aber nicht mehr geantwortet. 

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