China führt nach EU-Besuch neue Regeln für Online-Handel ein

Eine eCommerce-Schnellspur soll kommen. Marktmacht großer Plattform soll reguliert werden.
Employees sort boxes and parcels at the logistics centre of a express delivery company, after the Singles Day online shopping festival, in Wuhan

China hat neue Leitlinien für seinen Online-Handel vorgelegt und will unterem anderem eine "Schnellspur" für den Waren-Import in den eigenen Markt schaffen. Die am Montag veröffentlichten Regeln sehen zudem ein Gleichgewicht zwischen Förderung und Regulierung sowie die Einrichtung von Pilotzonen für den grenzüberschreitenden Handel vor.

Aus Expertensicht ist dies ein konstruktiver Schritt zur Entschärfung des Handelskonflikts mit der Europäischen Union (EU). Eine vollständige Beilegung des Streits sei aber unwahrscheinlich, sagte Chen Bo von der National University of Singapore.

eCommerce-Schnellspur soll kommen

In den von mehreren Ministerien und Aufsichtsbehörden gemeinsam veröffentlichten Leitlinien ist auch die Expansion von Plattformen in ausländische Märkte vorgesehen. "Wir werden eCommerce-Unternehmen ermutigen, direkte Beschaffungsstandorte in Übersee einzurichten, die Importe von hochwertigen und unverwechselbaren Produkten zu erweitern und eine 'eCommerce-Schnellspur' für den Eintritt globaler Waren in den chinesischen Markt zu schaffen", hieß es in der Erklärung.

Die Veröffentlichung erfolgte eine Woche nach dem Besuch von EU-Abgeordneten in Peking. Diese hatten bei der ersten Visite seit acht Jahren den starken Anstieg gefährlicher Produkte in der EU und den beschränkten Marktzugang für europäische Firmen beklagt. Bereits im Vormonat hatte die EU eine Überarbeitung ihres Zollsystems beschlossen. Demnach drohen vor allem chinesischen Online-Plattformen Strafen, wenn sie illegale oder unsichere Produkte in der Union verkaufen. 

Verordnung soll große Händler zügeln

Ab 10. April 2026 tritt in China auch eine neue Verordnung in Kraft, die die dynamische Preisgestaltung von Internetplattformen reguliert. So dürfen Plattformen  ihre Marktmacht nicht mehr nutzen, um Händler zu Niedrigstpreis-Vereinbarungen zu zwingen. Außerdem müssen sie transparenter arbeiten: Personalisierte Preise sind nur mit Zustimmung der Nutzer erlaubt, und angezeigte Preise müssen überall übereinstimmen. Insgesamt sollen die Regeln den Wettbewerb fairer machen und die Marktmacht großer Plattformen zügeln. 

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